Migranten sollen sich wie in ihrer Heimat fühlen, daher gibt es nun einen kirchlichen Ratgeber, wie mit den Neuankömmlingen umzugehen ist.

Die evangelische Kirche in Deutschland hat – nachdem die Schäfchen davonlaufen – Flüchtlinge als neues Betätigungsfeld entdeckt. Neben „Rettung“ im Mittelmeer gibt sie nun auch Ratschläge für den richtigen Umgang mit den Neuankömmlingen. Der Einsatz des Rettungsschiffes „Sea Watch 4“, das auf Initiative der Evangelischen Kirche in Deutschland gekauft wurde, macht sich bezahlt. Täglich wächst die Zahl der aus Seenot „geretteten“ Migranten. Bei mehreren Einsätzen vor der libyschen Küste wurden über 200 Migranten aufgenommen und werden nun vermutlich nach Europa gebracht. Schließlich ist ja für die Kirchen die Unterbringung und Betreuung von „Flüchtlingen“ kein zu unterschätzendes Geschäft im Zeichen der Nächstenliebe.

Willkommenskultur als Anpassung an Migranten

Damit sich die Neuankömmlinge hier auch so richtig wohlfühlen, hat die evangelische Landeskirche in Württemberg, die an sich selber den Anspruch stellt, eine „flüchtlingsbereite“ Kirche zu sein, zusammen mit den Mitgliedern der Württembergischen Arbeitsgemeinschaft für Weltmission (WAW) ein Buch herausgebracht. Das 200-seitige Werk mit dem Titel „Ich bin ein Fremder gewesen. Mission zwischen Fluchtursachenbekämpfung und Willkommenskultur“ soll durch „Grundsatzartikel, biblische Impulse, beispielhafte Geschichten von Flüchtlingen und Verhaltenstipps zu mehr Begegnungen mit Migranten zu motivieren“. Damit bei den Begegnungen auch nichts schiefgeht, wird den Autochthonen auch gleich vermitteln, wie Willkommenskultur im Gemeindealltag und auch sonst im täglichen Leben funktioniert. Dazu wird in diesem „Verhaltenskodex“ erklärt, worauf man im Umgang achten muss, wenn man seine Zeit mit Menschen aus orientalischen Ländern verbringt.

Keine Hunde und nicht Widersprechen

So wird etwa empfohlen, seinen Hund zu Hause zu lassen, denn dieser gilt in vielen Kulturen als unrein. Auch sollte man seinem Gegenüber nie direkt widersprechen, sondern nur indirekt, das sei eine Frage des Ehrverständnisses. Ebenso sollten körperliche Berührungen – auch Händeschütteln – mit Personen des anderen Geschlechts reduziert werden, gelten sie doch bei einigen als tabu. Da steht einem respektvollen und wertschätzenden Miteinander im Alltag ja nichts mehr entgegen.