Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) reagiert auf die heute veröffentlichte „Single Use Plastics“-Richtlinie der EU und sagt: Die Abgabe dient nur zum Stopfen des Brexit-Budgetlochs!

Im Jänner hätte die Kunststoffindustrie die von der EU geplante Kunststoffstrategie noch begrüßt, die jetzige Kunststoffabgabe schieße aber am Ziel vorbei, so Helmut Schwarzl, Obmann der Berufsgruppe Kunststoffindustrie.

Brexit-Budgetloch stopfen

Kunststoff-Einwegprodukte stellen 50 Prozent des Abfalls dar, der auf europäischen Stränden gefunden wird. Für einen fairen Ansatz wäre es allerdings notwendig, ebenso Maßnahmen für die anderen 50 Prozent zu finden, findet der Fachverband

„Weder der Kunststoff-Teller noch die Bierdose tragen Schuld am achtlosen Umgang mit ihnen, sondern der Konsument. Zielführender als Verbote von Kunststoffprodukten für die Bekämpfung des Litterproblems (Abfallproblems, die Redaktion) ist vielmehr das Bewusstsein der Menschen für einen schonenden Umgang mit Ressourcen aller Art zu schärfen und ihr Verhalten langfristig zu verändern„, heißt es seitens der Experten.

EZB Österreich im Bermudadreieck

Verantwortung des Konsumenten

Bei Verboten bestimmter Produkte würde sich das Problem einfach von Kunststoff auf andere Materialien verlagern, zeigt man sich überzeugt.

„Eine Abgabe auf nicht recycelte Kunststoffabfälle, wie sie derzeit im Raum steht, sehen wir als reine Geldbeschaffungsmaßnahme, um das Budgetloch nach dem Brexit zu stopfen. Weder werden dadurch die Meere vom Kunststoff gesäubert, noch Abfallwirtschaftssysteme außerhalb der EU etabliert“, stellt Schwarzl klar.

Stattdessen Forschung fördern

Schwarzl fordert stattdessen von der Kommission, finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, um Forschungsprojekte im Bereich des Kunststoffrecyclings, aber auch bei biobasierten Kunststoffen zu forcieren.