Zwei Fragen wurden mir letztens gestellt. Bei der einen handelt es sich um die massiven Investitionen der Volksrepublik China in Osteuropa, welche bereits als Initiative zur „Neuen Seidenstraße“ bezeichnet werden. Bei der anderen um die – bildhaft gesprochene – „Ernährung“ von so genannten „Zombiefirmen“ durch schwache Banken.

Der Finanzcheck von Dr. Herbert Samhaber

Haben Sie schon einmal von der unaussprechlichen Bezeichnung „Cooperation between China and Central and Easten European Countries“ – kurz CEEC oder auch 16 plus 1 genannt, gehört?

Setzten auf verlässlichen Partner

Nein? Dann sind Sie nicht alleine. Hinter dieser Konstruktion steckt ein bis dato 3 Milliarden Dollar schweres „Entwicklungsprogramm“ für chinesische Inter­essensprojekte in Osteuropa. Ein Beispiel hierfür ist eine neugeplante Bahnstrecke zwischen Ungarn, Belgrad und weiter zum griechischen Hafen Piräus wo täglich chinesische Handelsschiffe vor Anker gehen.

Wer kann es diesen Ländern verdenken, dass sie auf einen verlässlichen – denn dies war China immer – Partner setzten, wenn es um das Schaffen von Arbeitsplätzen und Infrastruktur geht?

Chinesen mit Infrastrukturprojekten aktiv

Natürlich ließen die ersten „Unkenrufe“ diesbezüglich nicht lange auf sich warten und so meinte der (noch) amtierende deutsche Außenminister Sigmar Gabriel, dass „hinter der Initiative ‚Neue Seidenstraße‘ eine geopolitische, kulturelle, ökonomische und am Ende auch militärische Strategie stecke, der die EU (bislang) nichts entgegenzusetzen habe“.

Aus Sicht der profitierenden Länder ist es nachvollziehbar, dass sie den Chinesen die Hand reichen, wenn ihnen diese Infrastrukturen aufbauen bzw. erneuern. Auch in Afrika, Südamerika und Zentraleuropa sind die Chinesen mit Infrastrukturprojekten und Firmenbeteiligungen aktiv, wie das Beispiel FACC in Ried im Innkreis zeigt. Global sichert sich das Reich der Mitte einen immer größeren Einfluss.

Banken über Wasser halten

„Zombies“ bedrohen Europas Wirtschaft. Hierbei sind jedoch nicht menschliche Untote gemeint, sondern eigentlich bereits sich wirtschaftlich am Niedergang befindende Firmen.

Diese können sich nur noch aufgrund der noch guten Konjunktur und der derzeit billigen Zinsen durch – zum Teil selbst marode – Banken über Wasser halten. Lag der Anteil solcher Unternehmen laut der BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich) vor der letzten Weltwirtschaftskrise noch bei unter 5 Prozent sind es mittlerweile über 10 Prozent.

Risiko für Finanzstabilität der Euro-Zone

Dies stellt für die Finanzstabilität der Euro-Zone ein enormes Risiko dar. Besonders dann, wenn die Zinsen – und davon ist doch irgendwann auszugehen – wieder angehoben werden oder die Konjunktur schwächelt. Am gefährdetsten dürften (wieder bzw. noch immer) die südeuropäischen Länder sein.

Denn gerade dort haben solche „Zombie-Firmen“ ihre bilanziellen Löcher öfters mit „billigem“ Geld gestopft. Als längst überfällige Maßnahme gegen eine nächste Krise sollte es zu konsequentem Abbau von „notleidenden“ Krediten bei Banken kommen. Sonst sitzen wir – gelinde ausgedrückt – bald wieder in der „Patsche“.

Werte interessierte Leser, falls Sie Fragen zum Thema dieses Beitrages haben oder andere zu den Themen Geld und Vermögen stehe ich gerne auch für persönliche Gespräche bzw. Termine zur Verfügung. Bitte schreiben Sie mir einfach ein E-Mail an [email protected]