Jede Krise hat Profiteure. Die sogenannte Corona-Pandemie ist nicht nur für die Regierenden eine willkommene Gelegenheit, ihre Macht auszuweiten: Auch Kriminelle ziehen ihre Vorteile aus der Situation. Ein führender italienischer Mafia-Ermittler warnt nun vor massiver Korruption im Gesundheitswesen – speziell in Deutschland. 

Die neuen Betrugsmöglichkeiten durch die Corona-Krise sind für Mafia-Gruppen ein gefundenes Fressen. Staatsanwalt Nicola Gratteri aus Catanzaro, der Regionalhauptstadt Kalabriens, sagte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Pandemien, wie auch zum Beispiel Naturkatastrophen und Finanzkrisen, waren immer eine willkommene Gelegenheit für Mafia-Gruppen, weil sie schwierige Zeiten in Chancen verwandeln können.“

Die Korruption im Gesundheitssektor boomt – und das nicht nur in Italien: „Die Mafias sind heute in Europa – und insbesondere in Deutschland – stark verwurzelt.“ Es sei ein Fehler, mafiöse Strukturen als rein italienisches Phänomen zu betrachten. Gratteri warnte außerdem: „Die Mafia kann auch in Deutschland und in vielen europäischen Ländern an Gelder aus dem EU-Wiederaufbaufonds gelangen.“

Berlin: Mehr als zehn Millionen Euro zu viel ausgezahlt

Tatsächlich wurden in der Clan-Hochburg Berlin bereits im April etliche Fälle von Subventionsbetrug im Clan-Milieu publik. Jüngst wurde nun eine Umfrage des Deutschen Richterbundes bei den Staatsanwaltschaften der Bundesländer öffentlich, laut der allein in Berlin seit März mehr als 4.500 Betrugsfälle mit Bezug zur Corona-Pandemie verzeichnet wurden: Es geht dabei um eine geschätzte Fördersumme von mehr als zehn Millionen Euro, die offenbar zu Unrecht ausgezahlt wurde. Und das sind nur jene Fälle, die der Berliner Staatsanwaltschaft bekannt sind!

Bei wie vielen dieser Fälle kriminelle Clans ihre Finger im Spiel hatten, wurde nicht veröffentlicht. Fakt ist, dass Clans und auch islamistische Vereine im Zusammenhang mit Corona-Betrügereien immer wieder in den Fokus der Ermittler rücken. Verbrechen, die publik werden, stellen dabei bekanntlich immer nur die Spitze des Eisbergs dar.

Umso ironischer, dass für die Berliner SPD nicht etwa die Bekämpfung der Clan-Kriminalität höchste Priorität hat, sondern lediglich die Abschaffung der Bezeichnung…