Anderthalb Jahre wollen die Journalisten der selbsternannten Faktenchecker-Plattform „Correctiv“ in sozialen Medien recherchiert haben, um angebliche Netzwerke zwischen allen Akteuren im patriotischen Lager aufgedeckt zu haben. Was als großer Wurf präsentiert wird, weist einige grobe Mängel auf.

Unter dem Titel „Kein Filter für rechts“ erschien ein Vierteiler, in dem „Correctiv“ darstellen will, „wie die rechte Szene Instagram benutzt, um junge Menschen zu rekrutieren“.

Schon im ersten Teil lieferte man kuriose Erklärungen, machte eine Aktivistin und Vloggerin mit 3.500 YouTube-Fans zur zentralen Drehscheibe eines vermeintlich rechtsextremen Netzwerks, schrieb ausgiebig über ihr Privatleben und das ihrer Familie.

Einzige Quelle dafür war eine kürzlich unter breiter medialer Wirkung das dritte Lager verlassen habende Ex-Identitäre, die bereits in der Vergangenheit durch „originelle“ Zugänge zur Faktenlage auffiel. Auch journalistische Standards wurden dabei mit Füßen getreten – die Frist zur Stellungnahme zu den offenbar teils unrichtigen Vorwürfen wurde laut der betroffenen „Beschuldigten“ auf lediglich 24 Stunden festgesetzt.

Die Folgeteile schlüsseln auf, wer rechts der Mitte wem folgt und welche Mode junge Patrioten feilbieten. Brezel- und Bier-Emojis deuten die Journalisten als versteckte rechte Codes – was zu einiger Erheiterung in sozialen Medien führte. Auffällig ist der Versuch, die „Ergebnisse“ als Katapult gegen die AfD zu verwenden, die durchwegs als „parlamentarischer Arm“ eines angeblichen Rechtsextremismus bezeichnet wird …