Die Vorreiterin für Emanzipation und Frauenrechte, Alice Schwarzer, bezeichnete in einem Interview den Islamismus als „faschistoide Ideologie“.

Diese predige Frauenhass, Judenhass und die anti-demokratische Scharia. Die Ideologie fordere die Vollverhüllung von Menschen, was nicht in eine Demokratie gehöre. Linke Islamismus-Kritiker fordert sie zu mehr Mut auf, sich von selbsternannten Anti-Rassisten als „islamophob“ beschimpfen zu lassen. Sie selbst sei Teil der Linken, sagt sie.

Schwarzer ortet sonderbares Männerbild

Das Interview wurde anlässlich der anstehenden Abstimmung in der Schweiz über eine Volksinitiative zum Verhüllungsverbot auf Verfassungsebene geführt. Es sei bedrückend, dass Millionen Frauen in den sogenannten Gottesstaaten unter den Schleier gezwungen werden, was der Koran aber gar nicht vorschreibe.

Sie spricht von einem „Siegeszug der Islamisten“, die den Verschleierungszwang damit begründen, dass Haar und Körper einer Frau „Sünde“ seien, was andere Männer reizen würde. Die Aussage von Nikab-Trägerinnen, diese Verhüllung schütze sie gegen Männerblicke, bezeichnet sie als „eigenartiges Männerbild“.

Verhöhnung des Rechtsstaates

Die Forderung nach Verschleierung komme auffällig oft von Konvertitinnen, die mit Männern aus einschlägigen Ländern verheiratet sind, oft in polygamer Ehe. Dahinter stehen, nach Ansicht Schwarzers, Ehemänner und Organisationen, die von der Scharia träumen. Als Beispiel nennt sie den Franko-Algerier Rachid Nekkaz, der in Frankreich die Bußgelder wegen Verstößen gegen das Burka-Verbot bezahlt.

Solche Provokationen verhöhnten den Rechtsstaat. Bei Nekkaz sei das eindeutig politisch motiviert, er hatte in Algerien Ambitionen auf das Präsidentenamt. Die Verschleierung der Frauen sei die Flagge des politischen Islam. Schwarzer fragte daher: „Wollen wir das, nach 200 Jahren Aufklärung und 50 Jahren Kampf um Gleichberechtigung“.

Im Iran gebe es Frauen, die auf Instagram Selfies ohne Kopftuch veröffentlichen, was ein todesmutiger Akt der Freiheit sei – diesen Frauen müsse man beistehen! Frauen die Burka oder Nikab tragen, sind rechtlos und bestätigen damit die Scharia, in der sie als unmündig gelten.

Islamisten unterwandern die Linke

Zum Vorwurf der Linken, sie sei „Rechtsfeministin“, sagt Schwarzer: es sei ein Trick der Islamisten, die Linke zu unterwandern. Sie diffamieren jede Kritik am politischen Islam, als angebliche Kritik am Islam, dem Glauben. Es gebe viele Professoren – von der Sorbonne bis zur Freien Universität Berlin, die unter dem Terror dieser Ideologie verstummt seien.

Schwarzer verneint, dass die Schweizer Burka-Initiative auf den Islam abziele und damit auf alle Muslime. Es helfe der Mehrheit der Nicht-Fundamentalisten, wenn man sich vor diesen Fanatikern schützt. Die ersten Opfer dieser Islamisten seien die ganz normalen Muslime. Beim Kopftuch ist Schwarzer weniger kritisch. Wer will, solle es tragen. Burka – nein! Man sehe ja schon bei der Corona-Maske, wie kommunikationsfeindlich das sei.