Wie eine Studie zeigt, ist die Zahl der Moslems in Deutschland um eine Million in den vergangenen fünf Jahren angewachsen. Vor allem die Zahl von Einwanderern aus dem Nahen und Mittleren Osten hat überdurchschnittlich zugenommen.

Seit der sogenannten Flüchtlingskrise vor sechs Jahren ist die Anzahl von Personen islamischen Glaubens und mit Migrationshintergrund um mehr als 900.000 angewachsen. Laut BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) lebten somit 2019 insgesamt zwischen 5,3 und 5,6 Millionen Moslems in Deutschland – oder zwischen 6,4 und 6,7 Prozent der Gesamtbevölkerung. 2015 waren es noch zwischen 4,4 und 4,7 Millionen bzw. 5,4 und 5,7 Prozent. Dabei vernachlässigt die Studie muslimische Religionsangehörige ohne Migrationshintergrund, wie vor allem Konvertiten – da diese nur einen äußerst geringen Teil ausmachen.

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Größte Gruppe sind Türken

Mittlerweile kommen fast 1,5 Millionen (27 Prozent) muslimische Einwanderer aus einem arabischen Land, wobei 19 Prozent aus dem Nahen Osten und 8 Prozent aus Afrika stammen. Daher bilden auch Moslems aus der Türkei mit rund 2,5 Millionen Personen zwar noch 45 Prozent der der Muslime insgesamt, stellen aber nicht mehr die absolute Mehrheit. Rund 19 Prozent kommen aus osteuropäischen Herkunftsländern und 9 Prozent aus einem nicht arabisch-sprachigen Land aus dem Mittleren Osten.

Junge Personen überwiegen

Fast die Hälfte der islamischen Zuwanderer (43 Prozent) sind unter 25 Jahre alt. 21 Prozent sind Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre und 22 Prozent machen die 15- bis 24-Jährigen aus. Zudem zeigt sich, dass fast 47 Prozent der Moslems die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Bei den unter 18-Jährigen sind es sogar 68 Prozent. Allerdings gibt es in Bezug auf die Herkunftsländer Unterschiede. Moslems aus Nordafrika haben mit 63 Prozent überproportional häufig die Staatsbürgerschaft, während es bei jenen aus dem Nahen Osten nur 16 Prozent sind. Dabei sind in den letzten Jahren allerdings vor allem aus dieser Region vermehrt Menschen nach Deutschland eingewandert.

Einwanderer deutlich religiöser

Zudem zeigt sich auch, dass die Einwanderer aus muslimischen Ländern deutlich religiöser sind als Personen ohne Migrationshintergrund. Rund 82 Prozent bezeichnen sich als religiös und mehr als zwei Drittel halten sich auch an spezielle Speisevorschriften. Und 40 Prozent gaben an, täglich zu beten. Insgesamt so die Studie, seien Frauen in der Regel gläubiger als Männer.

Geringere Erwerbstätigkeit

Deutliche Unterschiede gibt es aber auch bei der Erwerbstätigkeit. Während in der Altersgruppe der 16- bis 64-Jährigen 72 Prozent der Personen ohne Migrationshintergrund einer Arbeit nachgehen, sind es bei Personen mit einem Migrationshintergrund aus islamisch geprägten Ländern nur 53 Prozent. Dies könnte jedoch auch daran liegen, dass das schulische Bildungsniveau von Personen aus islamisch geprägten Herkunftsländern – unabhängig von der Zuwanderergeneration – zumeist schlechter ist, als das von Personen ohne Migrationshintergrund.

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