Jetzt wird es eng für Anthony Fauci, seines Zeichens Pandemieberater von US-Präsident Joe Biden und Genimpfungs-Hardliner: neue Dokumente enthüllen, dass unter seiner Federführung, in China, die Forschung für die Schaffung eines „effizienteren Coronavirus“ (Gain of Function) mit Millionen US-Steuergeld finanziert worden sein soll. Wochenblick berichtete bereits im Mai über dieses Thema. Die Dokumente wurden auf Druck der Republikaner, insbesondere von Senator Rand Paul, der auch Arzt ist, seitens des Nationalen Instituts für Gesundheit (NIH) übermittelt. 

  • US-Gesundheitschef Anthony Fauci unter Druck
  • Republikaner fordern Rücktritt
  • Schwere Vorwürfe in Dokumenten belegt
  • Millionen US-Dollar für Coronavirus-Forschung in Wuhan
  • Zur „Verschärfung“ des Fledermaus-Virus
  • Von Juni 2018 – Mai 2019
  • Fauci bestreitet „gain of function“ Forschung
  • Wegbereiter für Pandemie
  • Hochrangiger Gesundheitsdirektor tritt zurück

Fauci als Pandemie-Verursacher?

Senator Rand fordert angesichts der darin enthüllten Details vehement den Rücktritt Faucis: „Wenn sonst wegen nichts, dann wegen mangelnder Urteilsfähigkeit“. Dieser bestreitet die Vorwürfe weiterhin. Ein prominentes Opfer forderte der Skandal bereits: NIH-Direktor Dr. Francis Collins. Er kündigte nach 12jähriger Amtszeit seinen Rücktritt an. Was vorliegende Dokumente enthüllen ist jedenfalls nicht nur ein Skandal, sondern lässt auch den schweren Verdacht aufkommen, dass Fauci und Collins möglicherweise indirekt für die jetzige Pandemie mit-verantwortlich sind – mit all ihren verheerenden Folgen und Verwerfungen. 

Lügen, was das Zeug hält

Fauci, Chef des US-Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID), bestreitet die Vorwürfe weiterhin. „Weder NIH noch NIAID haben jemals Zuschüsse genehmigt, die eine Gain-of-Function-Forschung zur Coronaviren unterstützt hätte – um deren Übertragbarkeit oder Tödlichkeit (Funktionsgewinn) für den Menschen zu erhöhen, sagte Collins in einer Erklärung im Mai. Auch in seiner Aussage vor dem Kongress beharrte Fauci darauf. „Weder ich, noch Dr. Collins haben gelogen oder jemanden darüber, was wir machten, in die Irre geführt“, sagte er später auch im TV-Sender ABC. Die Diskussion dreht sich im Kreis, weil sich Fauci & Co an der Definition von „Gain-of-Function“ festkrallen. Unter „Funktionsgewinn“ versteht man üblicherweise jene Art von Forschung, die eine Erhöhung der Übertragbarkeit oder Pathogenität eines biologischen Stoffes bewirkt. Fauci beruft sich auf die engere Definition von „besorgniserregendem Funktionsgewinn“, und das sei nicht der Fall gewesen, sagt er.

Haarsträubende Experimente

Die Dokumente enthüllen, dass Fauci als früherer NIH-Direktor Forschungen in China zur Herstellung einer „potenteren Form des Corona-Virus“ finanzierte. Ein zugehöriges Experiment wurde am Wuhan Institut für Virologie durchgeführt – in unmittelbarer Nähe wurde ja von ersten Covid-19-Fälle berichtet. In diesem Experiment wurde eine Gruppe von Mäusen mit dem Original-Fledermaus-Virus infiziert, eine andere mit einem modifizierten Virus-Strang, der von Forschern hergestellt wurde. Letztere erkrankten schwerer als jene mit dem Original-Virus infizierten, heißt es in einem zugehörigen Schreiben an republikanische Abgeordnete, von Lawrence Tabak, Vorstands-Vize-Direktor des NIH, vom 20. Oktober 2021. Das „begrenzte Experiment“ sollte herausfinden, ob „Spike-Proteine aus natürlich vorkommenden Fledermaus-Coronaviren, die in China zirkulieren, in einem Mausmodell an den menschlichen ACE2-Rezeptor binden können“, schrieb Tabak und fügte hinzu, das „unerwartete Ergebnis“ sei nicht „etwas das sich die Forscher vorgenommen haben“. Ob beabsichtigt oder nicht, die Forschung entspricht der Definition von „Gain-of-Function“ (Funktionsgewinn), sagen einige Experten.

Virus zur Bombe gemacht

Senator Paul Rand dazu: „Im Brief geben sie zu, dass ja – das Virus seine Funktion verbesserte, es sei gefährlicher geworden. Sie haben also ein Virus geschaffen, das es in der Natur nicht gibt und gefährlicher wurde – das ist ‚Gain-of-Function'“. Man nehme ein unbekanntes Virus, kombiniere es mit einem anderen und erhalte ein Supervirus. Man wisse nicht, ob es dabei an „Funktion“ gewinne oder verliere, darum ging es im Experiment. Wie könne also jemand sagen, das sei keine Forschung zum Funktionsgewinn, sagte der Senator. Besagte Forschungsexperimente wurden zwischen dem 1. Juni 2018 und 31. Mai 2019 im Wuhan-Labor durchgeführt. Koordinierende Organisation war die Eco Health Alliance (Direktor Peter Daszak) die Fördergelder beantragten und an das Labor weiterleiteten. 

Riskante MERS-CoV Viren-Klonung

Der Bericht wurde am 8. März übermittelt, zwei Jahre nach Abschluss der Forschungen. Besagter Abschlussbericht enthält auch eine Beschreibung von Experimenten mit Klonen von MERS-CoV, einem Virus, das 2012 einen Ausbruch im Nahen Osten verursachte und nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Sterblichkeitsrate von 35% aufweist. Die Wissenschaftler geben an, sie haben eine „ähnliche reverse Genetik-Strategie“ verwendet, wie bei den Studien der Fledermaus-Coronaviren. Nachdem sie einen infektiösen Klon von MERS-CoV in voller Länge konstruiert hatten, ersetzten sie die Rezeptorbindungsdomäne des Virus durch Domänen von verschiedenen Stämmen von Coronaviren, die bei infizierten Fledermäusen in Südchina gefunden wurden. Laut Jack Nunberg, Virologe und Direktor des Montana Biotechnology Center an der Uni von Montana, verwenden beide Viren dasselbe Rezeptorprotein. 

Wuhan-Forschung war nicht bekannt

Die US-Gesundheitsbehörde redet sich indes auf unklare Formulierungen und eine mögliche Abweichung der ursprünglich angegebenen Forschungsinhalte bzw. -Ziele bei Eco Health Alliance aus. Das NIH wolle das nun untersuchen. Von Eco Health gibt es bis dato dazu keine Stellungnahme dazu. In jedem Fall sind Kritiker entsetzt, dass so etwas überhaupt möglich ist. Egal ob Gain-of-Function oder nicht, was reine Definitionssache sei: Die NIH hätte diese Information zu Beginn der Pandemie bekannt geben müssen. Es sei offensichtlich, dass NIH und andere Gesundheitsbehörden eine dringende Reform und eine intensive Kontrolle durch den Kongress brauchen. In manchen Fällen auch eine Auflösung gewisser Einheiten.

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