Abwehrspielerin Nicole Hennerbichler in Aktion

Nicht nur bei den Männern, auch bei den Frauen ist Oberösterreichs Faustball Spitze. Von neun Bundesliga-Teams kommen gleich acht aus unserem Bundesland. Die Mädels vom zweifachen österreichischen Meister FBC Urfahr etwa holten in der Herbstsaison den Vizemeistertitel, im Frühjahr soll Platz 1 her.

Wir plauderten mit der Urfahranerin Susanne Plakolb über die Rolle des Damenfaustballsports in Österreich.

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Auf österreichischem Boden eines der stärksten Teams

Wochenblick: Frau Plakolb, seit wann gibt es das FBC Damenfaustballteam?

Susanne Plakolb: In Urfahr hat es eigentlich immer Frauenfaustball gegeben. Um 1970 war Urfahr sogar einmal Staatsmeister und in den 1980er-Jahren gab es weitere große Erfolge, wobei der 3. Platz 1987 bei den österreichischen Meisterschaften hervorsticht.

Damals haben auch Christine Mayer und Ingrid Kempinger, die Mütter unserer heutigen Mannschaftsstützen gespielt – beide waren auch langjährige und gute Nationalteamspielerinnen.

Wie zufrieden sind Sie mit der Herbstsaison?

Wir freuen uns natürlich über den erreichten 2. Platz, da wir aktuell auch mit Schlägermangel und leichten Verletzungen zu kämpfen haben. Im Frühjahr streben wir jedoch nach wie vor den Meistertitel an.

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Wie schaut die sportliche Situation im heimischen Damenfaustball im Allgemeinen aus?

Grundsätzlich sind wir auch im internationalen Vergleich eines der Spitzenteams und können uns im österreichischen Damenfaustball durchaus rühmen, mit den Weltklasse-Mannschaften aus der Schweiz, Deutschland, Brasilien, etc. mithalten zu können. Auf österreichischem Boden sind wir eines der stärksten Teams.

In puncto Sponsoren, Presse, Zuschauer: Läuft es auch hier zufriedenstellend?

Die öffentliche Aufmerksamkeit fehlt leider nach wie vor. Wir werden zwar ab und an von der Presse beachtet und erhalten auch Sponsorengelder, allerdings würde eine breitere Aufstellung an Zusehern und Förderern viel für die Spielerinnen bedeuten.

Auch bei den Damen ist Faustball durchaus beliebt! Im Bild: Spielerinnen der deutschen Mannschaft bei der EM 2004.

Etwas mehr Beachtung finden zwar wie in jeder Sportart unsere Herrenteams, allerdings sind auch hier die Zuseherzahlen sehr überschaubar.

Um unseren Verein am Leben zu erhalten, sind die Ausführungen von Großveranstaltungen unabdingbar. Wir erhalten zwar Spitzensportförderungen von der Stadt und vom Land und auch Sponsorengelder, allerdings reichen diese kaum für den Sportbetrieb aus. Und die Budgetplanung für die kommenden Jahre gestaltet sich immer wieder aufs Neue schwierig.

Fehlende Anerkennung

Hat der Damenfaustball Nachwuchssorgen?

Ja. Merkwürdigerweise eher im Herren- als im Damenbereich. Uns fällt es schwer, mit dem riesigen Sportangebot in Linz mithalten zu können und Jugendliche langfristig an uns zu binden. Durch diverse Gegenmaßnahmen (z.B. Schnuppertrainings in den Schulen) versuchen wir gegenzusteuern, in einigen Jahren könnte aufgrund des fehlenden Nachschubes aber durchaus ein echtes Problem entstehen.

Mit welchen weiteren Problemen hat der Damenfaustball noch zu kämpfen?

Da wir keinerlei Entschädigung erhalten, sind neben terminlichen Schwierigkeiten aufgrund von Schule, Studium, Familie, etc. auch die Vereinbarkeit von Beruf und Sport ein oftmals schwierig zu jonglierendes Thema. Weiters ist da die fehlende Anerkennung. Manche Leute denken, es gibt nur Fußball, diese machen sich auch oftmals über unseren Sport lustig. Wir erbringen jedoch auch Spitzenleistungen und betreiben unseren Sport sehr intensiv. Wir hoffen natürlich auf eine breitere Anerkennung durch die Öffentlichkeit, für dieses Ziel kämpfen wir auch schon sehr lange.