Die Parteijugend der angeblich „liberalen“ FDP hat derzeit einen Lauf: Egal, was sie vorschlagen – es sorgt für Stirnrunzeln, Aufsehen und Gegenwind. Am Montag verwirrten sie die Twitter-Gemeinde mit einer kurzzeitigen Forderung nach einer Grippe-Impfpflicht. 

Im Hinblick auf die Empfehlung von CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn, der für eine Impfung gegen Influenza-Viren wirbt, zeigten sich die „Jungen Liberalen“ alarmiert. Denn immer mehr Ärzte würden über einen Engpass an Impfstoffen klagen. Der Vorschlag des FDP-Nachwuchses daher: Eine einjährige Impfpflicht gegen die Grippe – ein nicht gerade liberaler Vorschlag.

Umstrittenen Impfpflicht-Tweet rasch wieder gelöscht

Dass ihre Argumentationsschiene keinen sonderlichen Sinn ergab, merkten die FDP-Jungkader im Anschluss selbst. Dies war auch die offizielle Begründung, weshalb sie ihren Tweet über den temporären Impf-Zwang wieder löschten. Einige Kommentatoren, wie etwa eine Autorin des Meinungsmagazins „Tichys Einblick“, sahen dies als Vorwand:

Gegen Inzest-Verbot und gegen traditionelle Familie

So oder so – es ist nicht das erste Mal in der jüngeren Vergangenheit, dass die Jungen Liberalen mit umstrittenen Forderungen für Wirbel sorgen. Erst in der Vorwoche wärmten sie eine alte Forderung wieder auf, das Inzest-Verbot zu kippen – Wochenblick berichtete. Ihrer Ansicht nach handle es sich um ein „opferloses Verbrechen“, eine einvernehmliche Verbindung gehe Staat und Gesellschaft nicht ein und das Gegenargument einer höheren Wahrscheinlichkeit behinderter Kinder stelle „menschenverachtende Eugenik“ dar.

Einige Wochen zuvor polarisierte der Beschluss des erweiterten JuLi-Bundesvorstands, mit dem man sich für eine Abschaffung der Worte „Vater“ und „Mutter“ im Familienrecht stark machen will. Gerade wegen der Rechte homosexueller Menschen sei es wichtig, diese durch „Elternteil“ zu ersetzen und eine „Vielelternschaft für bis zu vier Elternteile“ einzuführen. Die meisten Beobachter hätten einen solchen Vorstoß wohl eher von der Grünen Jugend erwartet …