Fendrich - Anti-FPÖ bringt Quote
Während des Bundespräsidenten-Wahlkampfs hat Fendrich aus seinen Sympathien für Van der Bellen kein Geheimnis gemacht.

Es ist kein Geheimnis: So wie die meisten Medien stehen auch die meisten Künstler hinter dem Präsidentschaftskandidaten Alexander Van der Bellen. Dieser hatte sich schon im vorangegangenen Wahlgang gerühmt „Künstler und Prominente“ hinter sich zu vereinigen, Hofer konterte damals: „Sie haben die Hautevolee hinter sich und ich die Menschen!“ 

„I am from Austria“ von Fendrich wird VDB-Song

Ausgerechnet das Lied „I am from Austria“ von Rainhard Fendrich wird jetzt zum Wahlkampfsong von Van der Bellen. Das Wahlkampfteam von VdB hatte Montag Vormittag das Video hochgeladen mit dem Kommentar: „Dass Rainhard Fendrich Van der Bellen wählt, ist bereits bekannt. Dass Fendrich „I am from Austria“ im Wahlfinale zur Verfügung stellt, ist eine kleine Sensation.“ Dass Fendrich jedoch mit Anti-FPÖ-Aussagen um mediale Aufmerksamkeit ringt ist nicht ganz so neu, wie es die Wahlkämpfer gerne darstellen wollen. Bereits vor zwei Jahren attackierte Fendrich die FPÖ, weil diese angeblich eine Zeile aus seinem Lied „gestohlen“ hätte. Konkret handelte es sich um den Slogan „Do kum i her, do g´hear i hin!“, den die FPÖ auf einem Facebook-Bild verwendete. Auch damals war der ehemaligen Austropopp-Legende die mediale Aufmerksamkeit sicher, ziehen Anti-FPÖ-Statements bei manchen Medien besonders gut.

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Alt-Musiker als Moralapostel

Generell ist bei musikalisch nicht mehr ganz so erfolgreichen Austro-Musikern festzustellen, dass sie gerne als Moralapostel in Erscheinung  treten, um so in die Schlagzeilen zu kommen. Es dürfte sich um eine gezielte PR-Maßnahme handeln, die bei den heimischen Medien funktioniert. So hat nicht nur Fendrich vermehrt die FPÖ angegriffen und dafür Beifall bekommen — auch der Musiker Hubert von Goisern hat die FPÖ aufgefordert seine Lieder nicht mehr auf FPÖ-Veranstaltungen zu spielen. Der Oberösterreicher kritisierte de „fremdenfeindlichen Ansichten Hoferscher Politik“, gab eine Wahlempfehlung für Van der Bellen ab. Thomas Spitzer von der Band „EAV“ griff für ein paar Schlagzeilen gar zu einem geschmacklosen Hitler-Vergleich: Andreas Gabalier sah es damals gelassen und reagierte nicht weiter auf die Provokation.

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