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Und dann auch noch der Linzer Klosterhof, das darf ja nicht sein („Wochenblick“ berichtete)! Ist 2017 in der oberösterreichischen Wirtschaft ein Pleitejahr oder täuscht der Eindruck? Wir wollten das genau wissen, nach den Schlagzeilen rund um Wozabal, Reifen Bruckmüller, Fill Fassadenbau, Imperial, Cordial.

Ein Bericht von Georg M. Hofbauer

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Die korrekte Antwort lautet: Der Eindruck täuscht nicht, auf jeden Fall nicht im letzten Jahresdrittel. Hier häufen sich die Insolvenzen von bekannten Marken und Unternehmen.

Das ansonsten eher ruhige oder durchschnittliche Insolvenzjahr 2017 nahm im September so richtig Fahrt auf.

Derartige Insolvenz-Häufung eher ungewöhnlich

Otto Zotter vom Kreditschutzverband 1870 bringt es auf den Punkt: „2016 war ein durchschnittliches Jahr. Es kam in Oberösterreich zu 600 Insolvenzfällen mit einer Schadenssumme von 300 Millionen Euro. 2017 begann eher normal, fast sogar unterdurchschnittlich. Jedoch bis zum Jahresende 2017 dürften es nach meiner Einschätzung 650 Fälle mit einer Schadenssumme von 500 Millionen Euro werden.“

Der Finanz-Profi bemerkt auch, dass eine derartige Insolvenz-Häufung, wie in den vergangenen Wochen eher ungewöhnlich sei.

Gemeinsamkeiten würden sich, so Otto Zotter, trotz der Häufung im Herbst, bei den betroffenen Firmen nicht finden.

2009: 950 Insolvenzen

Bei Wozabal gelten hohe Investitionen samt falscher Finanzierung als Auslöser, Reifen Brückmüller hätte der Preisverfall durch das Online-Angebot zugesetzt, Fill Fassadenbau habe zu viele Aufträge in England angenommen, Gewährleistungen, Brexit samt Pfund-Abwertung haben die Lage weiter zugespitzt, analysiert Zotter.

Ganz anders bei Imperial und Cordial: Hier hätte sich schon seit Jahren oder Jahrzehnten abgezeichnet, dass das Geschäftsmodell nicht halten werde.

Deutlich ist auch der Anstieg bei den Passiva im Jahr 2017 gegenüber 2016: Von 300 auf 500 Millionen Euro. Nur das Jahr 2009, jenes nach der Finanzkrise, lag mit 800 Millionen deutlich darüber. Mit 950 Insolvenzen.