Eine britische Firma sorgt mit ihrem Vorschlag für einen Eklat. Sie möchte ihre Mitarbeiter wie Haustiere mit einem Chip versehen, damit die Sicherheit erhöht wird. Die größten Arbeitgeberorganisationen verurteilen diese Vorstöße vehement, es wurden jedoch schon Exemplare eingesetzt.

Zwei Firmen haben sich bereits auf das Implantieren von elektronischen Chips spezialisiert. Die Firma BioTeq aus Großbritannien hat schon 150 Menschen chippen lassen. Dabei kamen RFID-Chips zum Einsatz, die auch bei der Markierung von Haustieren genutzt werden. Ein weiteres Unternehmen ist die schwedische Firma Biohax. Sie ist bereits Australien, den USA und Europa aktiv und bezeichnet sich selbst auf ihrer Homepage als Weltmarktführer.

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Mitarbeiter mit Mikrochips „ausrüsten“

Der brittische „Guardian“ berichete, dass Biohax mit Firmen aus dem Finanz- und Rechtssektor Verhandlungen führt, da diese ihre Mitarbeiter mit den Elektro-Chips „ausrüsten“ lassen wollen. Das größte Unternehmen hätte mehr als hunderttausend Mitarbeiter. Konkrete Namen wurden noch nicht genannt, man vermutet eine Unternehmensberatung.

George Orwells „1984“ lässt grüßen

In England gibt es wegen des Themas bereits emotionale Debatten. Befürworter meinen, dass sich die Sicherheit in den Unternehmen, mit in die Hand gechippten Mitarbeitern, erhöhen würde. In Schweden gibt es vereinzelte Fälle, bei denen Personen ganz einfach Türen mit der gechippten Hand öffnen können. Kritiker meinen aber, dass man sich dabei immer mehr in die von George Orwells „1984“ beschrieben Utopie begibt und die Arbeitgeber ihre Angestellten damit total überwachen können.

Arbeitgeber für Arbeitnehmer

Britische Arbeitgebervertreter stellen sich mittlerweile auf die Seite der Arbeitnehmer. Der Trades Union Congress gab dazu folgendes Statement: „Wir wissen, dass die Arbeiter bereits besorgt darüber sind, dass manche Arbeitgeber Technologie nutzen, um sie zu kontrollieren und so das Recht des Personals auf Privatsphäre zu untergraben. Die Mitarbeiter zu chippen würde den Managern sogar noch mehr Macht und Kontrolle über ihre Arbeiter geben. Da gibt es offensichtlich Risiken und die Arbeitgeber sollten diese nicht einfach zur Seite kehren oder das Personal zum Chippen zwingen.“

Gutes Geschäft für Biohax

Die Implantationsfirmen haben dazu natürlich eine andere Meinung. Der Gründer von Biohax meint zum Fall der Unternehmensberater: „Diese Firmen haben sensible Dokumente, mit denen sie sich beschäftigen. Die Chips würden ihnen erlauben, für alle genaue Berechtigungen festzulegen.“ Biohax hat laut eigenen Angaben schon circa 4000 „Kunden“ mit Mikrochips implantieren lassen und dabei verdient sie auch nicht schlecht. Einmal „chippen lassen“ kostet mindestens 80 und höchstens 300 Euro.