Mit der Gefahr der Überlastung der Intensivstationen wird seit Beginn der Corona-Krise massiv Panik verbreitet. Ein Team aus Wissenschaftlern um den Gesundheitsökonomen Prof. Matthias Schrappe hat dazu nun ein Papier mit politischer Sprengkraft veröffentlicht. Zu keinem Zeitpunkt drohte eine Überlastung! Dies geht auch aus einer Pressemitteilung des deutschen Gesundheitsministeriums selbst hervor. Wurden Statistiken manipuliert und Subventionsbetrug begangen?

Die Forschergruppe analysierte die Entwicklung der Auslastung auf den Intensivstationen seit dem ersten Lockdown und zieht das Fazit, dass hier nicht „redlich gespielt“ wurde. Für Schrappe, der auch als Berater der deutschen Bundesregierung tätig war, steht fest: „Die Angst vor knappen Intensivkapazitäten oder der Triage war unbegründet“. Es stünde weiter fest, dass das „vielen Entscheidern während des gesamten Pandemieverlaufs bewusst gewesen sein muss,“ zitiert ihn die „Welt“ in einem Bericht.

Die Mär überforderter Intensivstationen

Im Resümee der Stellungnahme des Wissenschafts-Teams wird auch festgehalten, dass Deutschland über die höchste Zahl an Intensivbetten pro 100.000 Einwohnern verfüge (Wochenblick berichtete). Nur 2% der stationären und 4 Prozent der intensivmedizinischen Kapazitäten“ wurden im Jahr 2020 zur Behandlung von CoViD-19-Patienten genutzt, ist dort zu lesen.

Auch die Behauptung, dass Corona besonders viele Jüngere auf die Intensivstationen gebracht habe, wird widerlegt. Eine Abnahme des durchschnittlichen Alters der auf Intensivstationen behandelten Patienten sei nicht erkennbar, heißt es dazu in der Stellungnahme.

Erst am 30 April hat das deutsche Bundesministeriums für Gesundheit in einer Presseaussendung zur Analysen zum Leistungsgeschehen der Krankenhäuser und zur Ausgleichspauschale in der Corona-Krise festgehalten, dass die durchschnittliche Auslastung der Intensivkapazitäten im vergangenen Jahr bei 4 Prozent lag. Keine Spur also von einer Überlastung durch Corona-Patienten.

„Das ist anrüchig“ – Subventionsbetrug?

Es wurden als Ausgleichszahlungen an die Krankenhäuser 10,2 Mrd. € und als Prämien für knapp 11.000 zusätzliche Intensiv-Betten 530 Mio. € ausgezahlt,“ so die Stellungnahme weiter, „allerdings scheinen diese zusätzlichen Betten nicht zu existieren“, meinte Schrappe in der Welt. Ein politischer Skandal könnte sich hier anbahnen, denn offensichtlich wurde die Bettenanzahl nicht erhöht, sondern im Gegenteil, scheint es so, dass man „rückwirkend systemisch eingegriffen“ hat, „sodass überall 3000 Betten weniger verzeichnet sind“, was Schrappe in der Welt mit den Worten „das ist anrüchig“ kommentiert. Denn: „Die Betten stehen in Krankenhausbedarfsplänen, und diese Betten werden finanziert,“ so Schrappe. Damit steht ein möglicher Subventionsbetrug im Raum, der untersucht werden sollte. Der nächste Corona-Skandal könnte sich hier also anbahnen.

Kampf um das Narrativ

Mit den Intensiv-Auslastungszahlen werden aber auch seit Monaten die unterdrückerischen Corona-Maßnahmen und massiven Freiheitseinschränkungen durch die Lockdowns argumentiert, wie Wochenblick berichtete. Unter dem Hashtag DIVIGate wird daher wohl nicht nur deshalb über die Zahlen des DIVI-Intensivregisters und das Positionspapier des Wissenschaftsteams auf Twitter heftig diskutiert. Auch Karl Lauterbach hat es sich nicht nehmen lassen, zu versuchen, die Ergebnisse des Forschungsteams zu diskreditieren.

Ein Twitter-Nutzer, der sich mit der Gegenüberstellung widersprüchlicher Berichte in den Mainstream-Medien einen Namen machte, bezog auch diesmal Stellung:

Für so manchen Bürger dürfte die Enthüllung zu einem Augenöffner werden, dass es die Mächtigen womöglich nicht immer ehrlich oder gut mit einem meinen:

Beatmungsgeräte für Lockdown-Schmäh verliehen?

Auch in Österreich könnte die Frage nach der Belegung der Intensivbetten neuerlich zum Gegenstand hitziger öffentlicher Debatte werden. Denn wie eine parlamentarische Anfrage von FPÖ-Wirtschaftssprecher Erwin Angerer an Innenminister Karl Nehammer aufdeckte, wurde der Lockdown vor dem Hintergrund angeblich überlasteter Krankenhäuser verhängt, während Österreich gleichzeitig Beatmungsgeräte ans Ausland verlieh.

Alleine 45 solcher Gerätschaften sollen nach Tschechien gegangen sein. Für Angerer ist das unverständlich: „Das ist eine Verhöhnung der österreichischen Bevölkerung, deren privates, gesellschaftliches und berufliches Leben teilweise zum totalen Stillstand gebracht wurde. Unzählige Existenzen wurden gefährdet, Arbeitsplätze vernichtet und die Wirtschaft in eine massive Krise gestürzt.“

Wie Wochenblick berichtete, argumentierte die heimische Politik die Verlängerung der ständigen Lockdowns – ähnlich der deutschen Kollegen – mit Auslastungen, die keinesfalls einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems nahelegten. Auch hierzulande stellte sich heraus, dass sogar zu Spitzenzeiten gerade einmal jedes vierte für Corona-Patienten reservierte Intensivbett auch tatsächlich mit einem solchen belegt war.

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