Wochenblick wurde folgende Fotodokumentation des Polizeikessels nach der Freiheits-Demonstration am 6. März zugespielt. Sie zeigt, dass die Polizei-Aktion bei der Augartenbrücke von langer Hand vorausgeplant sein musste.

Verletzte, Verhaftungen und Demütigungen: Es waren schreckliche Stunden die einige hunderte Menschen auf ihrem Heimweg von der regierungskritischen Kundgebung im Wiener Prater am 6. März durchleben mussten. Ein Augenzeuge fertigte eine Vielzahl von Fotos an. Er befand sich in einem Gebäude über dem Kessel und dokumentierte die Situation, die für viele Menschen der blanke Horror war. Die Dokumentation zeigt: Die Aktion war von langer Hand geplant. Bereits Stunden zuvor begann die Polizei mit den Absperrungen.

Das sagt der Zeuge zu seinen Beobachtungen:

Der Zeuge schilderte seine Eindrücke, die er auch fotografisch festhielt, gegenüber Wochenblick. Er ist sich sicher: „deeskalierend“ war der Einsatz seitens der Exekutive nicht: „Ich hatte eher einen gegenteiligen Eindruck. Für mich stellte es sich als gezielte Konfrontation dar.“ Über die Demo-Heimkehrer sagt er: „Die Demonstranten machten auf mich anfangs einen sehr ruhigen, entspannten Eindruck und wirkten nicht streit- und konfrontationslustig.“

Fotodokumentation: So entstand der perfide Polizeikessel!

Hellichter Tag, Sonnenschein. Bereits gegen 16 Uhr begann die Polizei die Brücken über dem Donaukanal abzusperren: 

Schon am Nachmittag sperrte die Polizei die Rembrandt-, die Augarten- und die Salztorbrücke.

Die Polizeiwagen werden immer mehr und verstellen bereits alle drei Brücken.

Es wird zunehmend finsterer, der Abend bricht an. Die Demonstranten befinden sich zu diesem Zeitpunkt noch im Prater und kommen dort langsam in Aufbruchstimmung.

Die Polizisten bereiten Polizeisperren im Sonnenuntergang, der über der Rossauer Lände prangt, vor. Doch noch ahnen die Demonstranten nicht, was sie auf dem Heimweg erwartet. 23 Demo-Heimkehrer sollten später im nächstgelegenen „Polizeianhaltezentrum Rossauer Lände“ stundenlang ohne Essen und Trinken ausharren müssen.

Nachmittags – Tretgitter werden angeliefert:

Sonnenuntergang. Die regierungskritischen Demonstrationsteilnehmer befinden sich bereits auf dem Heimweg.

Die Polizei steht bereit: In kürzester Zeit wird sie alle Wege versperrt haben

Sonnenuntergang: Die Augartenbrücke ist bereits gesperrt.

Es ist zirka 18 Uhr: Die ersten Demo-Rückkehrer treffen ein.

… und treffen bei der Augartenbrücke auf eine Polizeikette. Unser Zeuge schildert: „Der Versuch einer friedlichen Kontaktaufnahme wurde von der Polizei nicht erwidert.“

Die Beamtenkette bewegte sich auf die Demonstranten zu, ging ihnen entgegen und versperrte den Weg.

„Auf Höhe der Kapelle war schließlich die Endposition der vorderen Beamtenkette. Gleichzeitig zog auf der Hinterseite der Demonstranten eine weitere Beamtenkette auf und versperrte den Rückweg.“

Die beiden Ketten bewegten sich auf der Seite des Donaukanals auf einander zu und kesselten die Menschen ein:

Der Zeuge schildert: „Der einzige, für ortsunkundige ersichtliche Ausweg war offensichtlich durch den Innenhof des Versicherungsgebäudes (es gibt von dort aber auch keinen Ausweg)“

Zirka 18.30 Uhr: Es gibt mittlerweile so viele Verletzte, dass Rettungskräfte (Rettungswagen, Notarzt Katastrophenzug) nachbeordert wurden:

 

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