Zum 22. Mal beim Nervenkitzel auf der Streif dabei, als Hobby-Fotograf, wie er sagt: Gerhard Hütmeyer (rechts) mit Ski-Legende Hans Enn (links) und Ex-Slalom-Ass Reinfried Herbst (Mitte), der jetzt Spitzenkoordinator im Innenministerium ist.

Das war kein Streif-Schuss, es war eher ein Volltreffer: Seit 22 Jahren ist Gerhard Hütmeyer (54) beim Medien- und Prominenten-Rummel samt Ski-Weltcup-Ereignis in Kitzbühel dabei.

Ein Beitrag von Georg M. Hofbauer

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Als Fotoreporter mit seiner Canon-Kamera samt Riesen-Teleobjektiv. Wir sprachen über seine Eindrücke, seine Motive und seine Motivation für den unermüdlichen Einsatz auf der Streif. Und überhaupt…

Hobby-Presse-Fotograf

Von Pfarrkirchen bei Bad Hall macht sich der Foto-Jäger seit genau 22 Jahren auf die Reise um in Kitzbühel dabei zu sein. Allerdings ist dieses Ereignis nur die Spitze des berühmten Eisberges, wie ein Gespräch mit Hütmeyer enthüllt. „Im Zivilberuf bin ich Polizist in Kremsmünster, korrekt Gruppeninspektor und fast nur im Außendienst“, erklärt der Hobby-Presse-Fotograf, wie er sich selbst bezeichnet.

In seinem Brot-Beruf kann es schon einmal vorkommen, dass er andere Fotos schießt, sehr teure für die Autofahrer und auch mit wenig Freude von den „Geblitzten“ gedankt. „Den Schauspieler Gregor Bloeb habe ich zum Beispiel einmal vor Jahren beim Schnellfahren erwischt“, erklärt der verheiratete Familienvater zweier Töchter. Wie entstand die Leidenschaft fürs Fotografieren, für die Pressearbeit?

Start bei der Landjugend

Der gelernte Tischler war bei der Landjugend: Das war sein Ausbildungscamp für die Techniken, die er heute bedient. „So mit 17 oder 18 Jahren war ich dort Schriftführer, da habe ich viel gelernt bei der Landjugend in Sirning-Schiedlberg. Und so bin ich später in die Pressearbeit hineingerutscht“, schildert der Polizist.

Noch in seiner Zeit als Landjugend-Sekretär kam dann das Element Foto dazu: „Ein Kollege hat mir das Entwickeln von Schwarzweiß-Fotos gezeigt, bald habe ich Berichte über den ganzen Bezirk gemacht. Die Berichte und Fotos wurden Montag Abend bei den Zeitungen ins Postkastl geworfen.

„Immer ist überall die Kamera dabei.“

Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, wie das war.“ Bald kam der Ruf, ob Gerhard nicht Gemeindesekretär werden wolle. Gerhard lehnte dankend, aber konsequent ab: „Das wäre mir zu fad gewesen.“ Also es ist schon ein wenig die „Action“ und der Rummel, die den Polizisten reizen und motivieren, diese Doppelbelastung auf sich zu nehmen.

Trotz der „leisen“ Kritik in der Familie, durch seine Ehefrau Eva Maria beispielsweise: „Immer ist überall die Kamera dabei.“ Das Geld ist auf keinen Fall der Antrieb für das Tun: „Es kann bestenfalls die Ausrüstung bezahlen, mehr nicht. Die Honorare liegen zwischen Null und fünf Euro pro Bild.“

Organisierter Rummel

Deshalb gilt es auch, günstig über die Runden zu kommen: In der Nähe von Kitz kann er bei seiner „Göd“ nächtigen, um sich der Faszination „Streif“ hingeben zu können. Der Rummel in „Kitz“ ist in den 22 Jahren der gleiche geblieben, höher gesteckt wurden hingegen die Hürden für die Medien: „Es wird genau kontrolliert, ob man etwas veröffentlicht.

Und es wird unterschieden in A-, B- und C-Medien und wo man hindarf, und wo nicht“. So ist es auch mit der Weisswurst-Party, die als Event ausgelagert ist und mit dem Stanglwirt eher nur noch die Adresse gemeinsam hat, wo wiederum genau zwischen A-, B- und C-Promis unterschieden wird: „Da komm ich nicht hin, da will ich auch nicht hin“.
Nach Kitz fährt Gerhard schon „seit Jahren zum letzten Mal“. Doch nun, nach dem 22. Mal ist fix beschlossen: „Ich will den 25er erreichen.“