„Außenrum statt mittendurch“. So machen sich die Grünen im Linzer Gemeinderat für sogenannte „Superblocks“ stark. Diese sind speziell konzipierte Stadtviertel welche in manchenGroßstädten bereits eingerichtet wurden. Das bedeutendste Merkmal dieser Superblocks ist, dass mehrere anliegende Straßen, die im Inneren des Blocks liegen, verkehrsberuhigt werden, und andere als Durchzugsstraßen des Verkehrs dienen.

Bessere Luft und weniger Lärm für die Anrainer, versprechen sich die Grünen davon. Die Lebensqualität stiege deutlich, wenn der Durchzugsverkehr massiv eingeschränkt würde. Das zeigten auch die Erfahrungen aus Barcelona, Madrid und Berlin wo „Superblocks“ schon länger Teil der Stadtplanung sind.

FP-Hein: Grüne Nebelgranate

„Die Grüne Gemeinderatsfraktion hat in der vergangenen Gemeinderatssitzungen einmal mehr eine typische Nebelgranate gezündet“, kommentiert den Vorschlag der freiheitliche Vizebürgermeister Markus Hein. Der Antrag auf Einrichtung von Superblocks in Linz sei als reiner Versuch zur Befriedigung des eigenen Klientels zu werten.

Diese Maßnahme hätte laut Hein zur Folge, dass ein Teil der Bewohner mit nahezu dem gesamten Verkehr konfrontiert wäre. „Die Grünen werden doch nicht ernsthaft annehmen, dass wegen eines Superblocks sich der Arbeits- und Berufsverkehr in Luft auflösen wird!“, so der Stadt-Vize.

(Rot gefärbt = Durchzugsstraße;
Grün gefärbt = __verkehrsberuhigt.

In Linz nicht durchführbar

„Aufgrund der engmaschigen Struktur der Stadt Linz können solche Superblocks bei uns nicht sinnvoll eingerichtet werden. Was aber besonders erstaunt: Während die Grünen Stimmungsmache hinsichtlich der verkehrsberuhigten Straßen betrieben haben, lehnten sie den Antrag ‚Ausbau Reindlstraße‘ ab, der aber eine Voraussetzung für eine Verkehrsberuhigung der Hauptstraße wäre. Die damalige Argumentation der Grünen: ‚Bewohnern der Reindlstraße würden dadurch einer größeren Verkehrsbelastung ausgesetzt sein.‘

Was nun?“ fragt sich Hein: „Auf der einen Seite eine Verkehrsberuhigung fordern, aber Umlenkungsmaßnahmen ablehnen passt nicht wirklich zusammen. Die Grüne Gemeinderatsfraktion ist intern anscheinend zwischen unterschiedlichen Flügeln hin- und hergerissen“. Es wundere Hein daher nicht, dass der Antrag abgelehnt wurde. Der blaue Vizebürgermeister rät den Grünen deshalb zu einer ehrlichen und umfassenden Selbstreflexion. Verärgert ist Hein vor allem über die vermeintlich spaltende Absicht der Grünen gegenüber den Linzer Bürgern. Während manchen die volle Verkehrsbelastung zugemutet werden solle, sollten andere in den vollen Genuss von verkehrsberuhigten Straßen kommen. „Für mich ist klar: Wir werden vom bestehenden System der Gleichbehandlung nicht abrücken. Ein grünes Fantasie-System, welches die Einen bevorzugt und die Anderen benachteiligt, wird es mit uns nicht geben!“, so Hein abschließend.