In diesem Leserbrief wendet sich die Landtagsabgeordnete Evelyn Kattnigg an die Mitarbeiter der Firma MAN. Die Politik in Steyr und Oberösterreich werde diese nicht im Stich lassen und mit voller Kraft Unterstützung anbieten, versichert die freiheitliche Wirtschaftssprecherin.

Leserbrief von Evelyn Kattnigg:

Die Schließungspläne der Firma MAN haben mich sehr erschüttert. Es stellt sich schon die Frage nach dem WARUM, dass ein Traditionsunternehmen immer wieder in die Schlagzeilen kommt.

MAN war in der Vergangenheit schon mehrfach von Kurzarbeit und Stellenabbau sowie zahlreichen Umstrukturierungsmaßnahmen belastet – ich würde sogar behaupten – leidgeplagt. Die Übernahme durch den VW-Konzern hat einerseits neue Herausforderungen gebracht, andererseits
sind auch viele schwierige Aspekte dazugekommen.

Gerade der VW-Konzern hat aufgrund der Dieselmanipulation die gesamte europäische Automobilindustrie in Misskredit gebracht. Nunmehr ist das Management gefordert, für die hochqualifizierten Mitarbeiter Arbeitsplätze zu sichern. Ständige Forderungen der Grünen, von Umweltlobbyisten und der EU-Kommission zur Reduktion der CO2 Emissionen tragen ihren Teil dazu bei.

Das kostet enorme Summen an Entwicklungs- und Produktionsgeld. Der Lockdown im Frühjahr hat dann vielen Großkonzernen, Mittel- und Kleinbetrieben wirtschaftlich noch den letzten Rest an finanziellen Einbußen gebracht. Budgetkürzungen, Kurzarbeit und Stellenabbau sind die traurige Konsequenz.

Diese und noch viele weitere Aspekte führen dann zu Entscheidungen von Konzernen, dass zum Beispiel nicht einmal mehr festgeschriebene Standortsicherungsverträge eine Bedeutung haben.

Ich wünsche den Mitarbeitern von MAN für die nächste turbulente Zeit viel Kraft. Die Politik in Steyr und Oberösterreich wird diese nicht im Stich lassen und mit voller Kraft Unterstützung anbieten. MAN als innovatives Paradeunternehmen für die Stadt Steyr darf nicht unter das Ratiomesser von Aktionären fallen. Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz!