FPÖ OÖ fordert Deutsch als Pausensprache
Foto: pixabay

Die FPÖ will Deutsch als verpflichtende Schulsprache an allen öffentlichen Schulen in Oberösterreich einführen. Eine entsprechende Resolution, das Schulunterrichtsgesetz zu ändern, soll in Zusammenarbeit mit der ÖVP an die Bundesregierung ergehen.

In Oberösterreich hatten im Schuljahr 2015/2016 insgesamt 14.227 Volksschüler Deutsch nicht als Muttersprache. Laut Klubobmann Herwig Mahr sind von diesen Schülern 6.200 „außerordentlich“, was bedeutet, dass sie dem Regelunterricht nicht mehr folgen können.

Werbung

Großes Problem an Volksschulen

In „Hotspots“ wie seiner Heimatstadt Traun sei der Anteil solcher Schüler verhältnismäßig noch höher, so der Klubobmann. Die Zahlen stammen vom Landesschulrat.

Die FPÖ hatte seit 2010 insgesamt fünf derartige Anträge eingebracht, die aber jedes Mal von allen Fraktion abgewiesen wurden. Eine Stellungnahme des Bundeskanzleramtes vom Juli, die aufgrund einer vorhergehenden Resolution aus Oberösterreich entstanden ist und an den Landeshauptmann gesendet wurde, bezeichnete Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner als „nichts aussagende Peinlichkeit“.

Gutachten bestätigt Zulässigkeit

Im 40-seitigen Rechtsgutachten, das von den Insbrucker Professoren Dr. Peter Pernthaler und Markus Juranek erstellt wurde, wird die Forderung der FPÖ auf Verfassungsmäßigkeit überprüft. Eckpunkte: Die Forderung der FPÖ widerspräche keinen Grundrechten, so zum Beispiel nicht dem Gleichheitsgrundsatz oder auch nicht der „Achtung des Privatlebens“ gemäß Art. 8 EMRK (Europäische Menschenrechtskonvention).

Sanktionierung schwierig

Auch wenn Deutsch als Schulsprache rechtlich durchgesetzt wird, gestaltet sich die Sanktionierung in der Praxis schwierig, da Lehrkräfte nicht zu jeder Zeit kontrollieren können, welche Sprachen Schüler am Pausenhof sprechen. Und auch im Fall der Kontrolle stellt sich die Frage nach der Sanktionierung. Auf Nachfrage sagt Haimbuchner, dass Erziehungsmittel wie etwa ergänzendes Lernen von Deutschvokabeln oder zusätzliche Förderstunden angewandt werden sollen. Man müsse dies jedoch als einen positiven Zugang sehen, den kommunikativen Umgang unter Schülern zu verbessern – und nicht als Strafe.

++++

Der „Wochenblick“ berichtet regelmäßig über Themen die andere Medien verschweigen. Wenn Sie eine unabhängige Berichterstattung, neue Blickwinkel und Meinungen, die anderswo unterdrückt werden mögen, dann abonnieren Sie noch heute den Wochenblick!

Ungarn entscheiden selber über Einwanderung!