Der Betrieb in Spitälern normalsisiert sich allmählich. Damit das jedoch so bleibt, sollen neue Besucherregeln erarbeitet werden.

Zum Glück sind die strengen Besuchsverbote in den Spitälern vorbei. Aber noch immer gibt es Probleme mit einigen Besuchen. Dabei handelt es sich nicht um Fälle, wie Ende März, als trotz des absoluten Besuchsverbot in heimischen Krankenhäusern, in Linz mehrere Türken versuchten, unerlaubterweise über die Notausgangstür in das Krankenhaus zu gelangen und von einer Krankenschwester daran gehindert wurden (Wochenblick berichtete). Vielmehr handelt es sich diesmal um die übermäßige Ausnutzung der Möglichkeit, wieder Krankenbesuche machen zu dürfen.

Völkerwanderung und Missachtung der Besuchszeiten

Das diese Möglichkeit zu Krankenbesuchen schon vor Corona zum Problem wurde, ist nichts neues. Daher ersucht nun auch der freiheitliche Linzer Gesundheitsstadtrat Michael Raml auch die Linzer Spitalsträger – die Gesundheitsholding und die Ordensspitäler – neue Besuchsregelungen zu erarbeiten, damit es nicht wieder zu regelrechten Völkerwanderungen kommt. Konkret sieht der Stadtrat das Problem darin, dass teilweise ganze „Besucherhorden“ vor Corona in den Spitälern eingefallen seien und dabei nicht nur Aufenthaltsräume sondern auch Krankenzimmer übermäßig stark von Besuchern frequentiert wurden, wobei auch die Besuchszeiten nicht eingehalten wurden.

Genesung der Patienten muß oberstes Gebot sein

„Auch wenn es in manchen Kulturkreisen üblich sein mag, dass jedes Mitglied aus der Familie und aus dem Freundeskreis einen Patienten persönlich besucht, kann das nicht auf Kosten des Wohls der anderen Patienten gehen. Nicht jeder kann sich den Luxus einer Zusatzversicherung mit einem Einzelzimmer leisten. Deshalb darf aber die Genesung nicht beeinträchtigt werden“, kommentiert Raml die Vor-Corona-Zustände in den Spitälern. Gerade auf den Geburtenstationen hätten sich dahingehend die Beschwerden gehäuft. „Natürlich sollen Besuche weiterhin möglich bleiben. Aber alles mit Maß und Ziel. Ein Krankenhaus ist keine Freizeiteinrichtung“, so der Gesundheitsstadtrat.

Alles mit Maß und Ziel

Nur ein Besuch pro Tag ist sicher keiner Dauerlösung und auch nicht zielführend. Aber bis zu 20 oder mehr Besucher pro Tag sind ebenfalls nicht verhältnismäßig sondern eher ein Störfaktor. Daher müssten jetzt die aktuellen Regelungen zu Besuchen in den Spitälern endlich adaptiert werden. „Ich plädiere daher dafür, hier eine vernünftige Lösung mit dem nötigen Hausverstand zu erarbeiten und umzusetzen“, fordert Stadtrat Raml abschließend.