In Frankreich verhaftete die Polizei in einem koordinierten Schlag gegen die Kinderporno-Szene 61 Personen. Die Operation, an der hunderte Polizisten beteiligt waren, trug den Namen „Police2Pédo“. Brisant ist, dass sich unter den Verhafteten auch ein moslemischer Imam befindet. Auch Politiker und Lehrer werden der Beteiligung beschuldigt.

Dreißig Polizeiabteilungen mit insgesamt 220 Mann führten den Zugriff durch. An den Ermittlungen waren 60 Polizeibeamte beteiligt. Letztendlich kam es gegen 60 Männer und eine Frau zeitgleich zum Zugriff, hunderte Telefone, Laptops und andere elektronische Gerätschaften wurden beschlagnahmt. Die Ermittlungen wurden mit Hilfe einer US-Software vorangetrieben, die von der Organisation Child Rescue Coalition entwickelt wurde. Das FBI schleust die Software in Peer-to-Peer-Netzwerke ein, in denen Benutzer ihre abartige Kinderpornografie austauschen, ohne dazu Zentralserver zu benötigen. Die Ermittlungen basierten auf den heruntergeladenen kriminellen Inhalten in Verbindung mit den verwendeten Internetadressen.

Sportlehrer filmte heimlich Kinder

Binnen kurzer Zeit ermittelte die Software hunderttausende Dateien, die Kinderpornografie enthielten. Zu den widerlichsten Dingen zählte ein Informatiker, der seine heute 14-jährige Tochter seit dem 9. Lebensjahr vergewaltigte und sich dabei filmte. Ein festgenommener Sportlehrer soll Kinder in den Umkleideräumen heimlich gefilmt haben. Die meisten Täter sind männlich – mit Ausnahme eines Paares, welches die Kinderpornos gemeinsam konsumierte. Insgesamt wird vier der Festgenommenen vorgeworfen, Videoaufnahmen von sexuellem Missbrauch von Kindern selbst angefertigt zu haben – darunter der Missbrauch einer 7-Jährigen.

Bis zu 100.000 Straftäter in Frankreich

Laut den Ermittlern wurden weitaus mehr Täter identifiziert, man habe sich zunächst aber den brisantesten Fällen im Großraum Paris angenommen. Dabei wurden sowohl die aktivsten Personen des „Tauschnetzwerks“ ins Visier genommen als auch jene, die in heiklen Berufen tätig sind, wo sie mit Kindern in Kontakt kommen. Eine Person hatte bis zu 40.000 Fotos und 300 Videos in seinem Besitz, ein anderer hatte sich einen flüssigkeitsgekühlten Server für 176 Terabyte an kinderpornographischen Daten eingerichtet. Insgesamt wird im Bereich der Kinderpornographie von bis zu 100.000 Straftätern in Frankreich ausgegangen, zumindest was den Online-Konsum entsprechender Dateien betrifft. Die Verhaftungen sollen die Kinderporno-Szene in Frankreich auch aufrütteln und aufzeigen, dass die Strafverfolgung effizient funktioniere und vor niemandem Halt macht.

Strafrahmen in diesem Jahr erhöht

Alle Beschuldigten wurden festgenommen und sollen vorläufig in Haft bleiben. Über den tatbeteiligten Imam wurden keine genauen Informationen veröffentlicht. Dreizehn von ihnen waren den Behörden schon einschlägig bekannt. Für die ermittelnden Beamten ist diese Art der Strafverfolgung besonders belastend. Diese sind dazu gezwungen, sich im Zuge der Untersuchungen Filme anzusehen, wo weinende Babys und Minderjährige geschlagen, missbraucht und vergewaltigt werden. Nach einer Gesetzesnovelle vom Sommer 2020 wird das Betrachten und Herunterladen Kinderpornographischer Bilder mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft. Die Straftäter werden in einem zentralen Register (Fijais) gespeichert.


Ausnahmsweise empfehlen wir ihnen hiermit einen Artikel vom Mitbewerb – zum Vergleich. Beurteilen Sie bitte selbst, ob APA und ORF ihre Zwangsgebühren wert sind – und denken Sie auch in Zukunft daran, wo sie unzensierte und vollständige Nachrichten erhalten: Nur bei alternativen Medien wie dem Wochenblick!