Im französischen Departement Calvados wurden die Polizisten während des Ramadans angehalten in den migrantisch dominierten Stadtvierteln nur bei Straftaten gegen Leib und Leben oder schweren Sachbeschädigungen einzuschreiten. Verstöße gegen die Covid19-Ausgangsverbote sollen jedoch nicht geahndet werden.

Um die mehr oder weniger gegebene Ruhe in den muslimischen Vierteln weiterhin zu gewährleisten, sollen sich Polizisten zurückhalten. Speziell Zusammenkünfte zum gemeinsamen abendlichen „Fastenbrechen“ werden in dem Schriftstück erwähnt.

Ausschreitungen befürchtet

Laut der internen Depeche, die an die Zeitung LeParisienne weitergegeben wurde, befürchte man andernfalls gewalttätige Ausschreitungen. Das Dokument ist mit 24. April datiert und wurde vom Direktor der Abteilung für zivile Sicherheit an alle Polizeieinheiten des Bezirks Calvados ausgesandt.

Kritik aus Polizeikreisen

Sollten besorgte Bürger bei der Polizei anrufen, solle diese mit „Ihr Anruf wird berücksichtigt“ antworten und sich mit Kommentaren zurück halten.

Massive Kritik kam auch aus den Reihen der Polizei selbst, die den Verantwortlichen Doppelmoral vorwerfen – denn gerade eben sei der Strafenkatalog für das Zuwiderhandeln gegen die Corona-Maßnahmen empfindlich verschärft worden.

„Entgegen der wiederholten Behauptung der Regierung, bestätigt dieses Dokument, dass die Polizei gewisse Gegenden nicht betreten soll“, kritisierte Fabien Vanhemelryck, ein Vertreter der Polizei-Gewerkschaft.

Polizeichef um Aufklärung bemüht

In Reaktion auf die Veröffentlichung des Dokuments machte sich der Französische Polizeipräsident daran Schadensbegrenzung zu betreiben. Er forderte die Abteilung für zivile Sicherheit in Calvados zu einer Erklärung des Dokuments auf. Der Zivilbevölkerung versicherte er, dass die Polizei „immer einschreiten werde um die Sicherheit und den Besitz der Bevölkerung zu gewährleisten, ungeachtet der Umstände.“

Während der Corona-Ausgangssperren kam es regelmäßig zu gewalttätigen Ausschreitungen in Frankreich – die Polizei konnte den Gewaltausbrüchen kaum Herr werden.