Es war einer der furchtbarsten Tötungsdelikte, die sich seit der Jahrtausendwende in Deutschland ereigneten. Im Jahr 2001 wurde eine 32-jährige Frau vor den Augen ihrer Kinder zuerst gebissen, dann verprügelt und schließlich mit einem Messer brutal ermordet. Auf der Tatwaffe befand sich die DNA ihres Lebensgefährten, dem damals gleichaltrigen Darsan Singh aus Indien.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der unfassbaren Tat in Münster eine filmreife Flucht mit einem Taxi sowieso durch Hilfe von Freunden über die Niederlande nach England folgte. Danach soll sich der Verdächtige falsche Papiere beschafft haben und sich teilweise in Indien, Portugal und Spanien aufgehalten haben, berichten die Westfälischen Nachrichten. In letzterem Land lebte er dann länger – allerdings verliert sich dort die Spur des gesuchten Mannes.

Lebte unter falscher Identität in Spanien

Dass er dort unter einer falschen Identität leben könnte, vermuten die Ermittler aufgrund des Umstandes, dass ein dort straffällig werdender Inder unter dem Namen „Balbir Singh“ dasselbe Fingerabdruckprofil wie Darsan Singh besitzt. Dies war im Jahr 2010, später soll er in der Hafenstadt Dénia nördlich von Alicante gelebt haben. Bis dieser Umstand klar war, verloren die spanischen Kollegen ihn allerdings bereits aus den Augen.

Neben dem Umstand der falschen Identitäten, verkompliziert auch sein Nachname – sollte er diesen weiterhin führen – die Suche nach dem mutmaßlichen Frauenmörder. Denn der Name Singh ist vor allem in Nordindien ein häufiger Name – vergleichbar mit Müller, Moser oder Gruber im deutschsprachigen Raum. Die Polizei geht davon aus, dass sich Singh immer noch im europäischen Ausland befindet.

Zugestochen, bis das Messer brach

Deren Leiche fand der Hausmeister blutüberströmt im Wohnzimmer, nachdem er Weinen und Schreie der Kinder gehört hatte. Einen ihrer 16 Monate alten Zwillinge hielt die dreifache Mutter Simona A. noch nahe an sich gedrückt. Der große Bruder war in sein Zimmer eingesperrt worden – wohl vom Tatverdächtigen.

Der Täter stach dabei nicht nur ein oder zweimal zu, sondern so lange, bis das Messer abbrach. Kurz nach der Tat soll Singh der Mutter seiner Ex-Freundin die Tat gestanden haben. Die DNA-Spuren belasten ihn zusätzlich – auch wenn die Unschuldsvermutung gilt.

Die Polizei verspricht sich von der Auslobung von 5.000 Euro für sachdienliche Hinweise und die Ausstrahlung des weiter ungelösten Falles über „Aktenzeichen XY“ im ZDF eine neue Spur. Gesendet wird die Folge am heutigen Mittwoch, den 14. Oktober um 20.15 Uhr.