Der plötzliche Ermittlungserfolg der Polizei im Fall der ermordeten Bircan D.-Ü. könnte gänzlich andere Hintergründe haben als bislang bekannt wurde. Bircan wurde vergangene Woche in Imst in Tirol als vermisst gemeldet. Am Samstag versammelten sich 150 wütende Türken vor dem Haus des hinterbliebenen Ehemannes. Dann schritt die Polizei ein und erhielt ein Geständnis.

Das sind die neuen Sitten im neuen Österreich. Rund 150 wütende Türken sollen das Haus von Taylan Ü. umstellt und blutige Rache angedroht haben. Zunächst war davon die Rede, dass eine große Personengruppe die Verhaftung des Mannes gestört hatte. Tatsächlich aber dürfte die Polizei den Türken vor der Rache der Angehörigen seiner toten Frau bewahrt haben.

Rasches Geständnis aus Angst?

Ü. gestand den Beamten wenig später, seine 31-jährige Frau gewürgt, mit einem Polster erstickt und in den Inn geworfen zu haben. Sein Motiv wäre Eifersucht gewesen. Medien mutmaßen, dass die eskalierende Situation in der türkischen Gemeinschaft für das schnelle Geständnis hilfreich war. Die Angehörigen der Frau hatten wohl schnell einen sehr konkreten Verdacht, wer wirklich hinter dem Verschwinden der hübschen Mutter einer 2-jährigen Tochter stecken könnte.

Mob wollte Selbstjustiz üben

Die Polizei musste mit 15 Fahrzeugen und der Spezialeinheit Cobra anrücken, um den tobenden Mob unter Kontrolle zu bringen. Die Menschen forderten, die Angelegenheit mit Taylan Ü. selbst zu regeln. Dem Ansinnen wurde in Hinblick auf Gesetzgebung und Gewaltmonopol von den Beamten nicht stattgegeben, Ü. wurde in Haft genommen und abtransportiert.