Kickl zeigte sich zuversichtlich. Mit Jörg Haider habe er den "besten Lehrmeister" gehabt.

Nach dem Rücktritt Norbert Hofers als Obmann der FPÖ traten heute die obersten Funktionäre der Partei zusammen, um dessen Nachfolge zu bestimmen. Das Präsidium bestimmte den Klubchef der FPÖ im Parlamentsklub, Herbert Kickl, zum blauen Obmann-Kandidaten. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit FPÖ-General Michael Schnedlitz und dem vorübergehenden Parteichef Harald Stefan berichtete Kickl von einer Sitzung, die von Einigkeit getragen gewesen sei.

Es sei „interessant“, wie viel mediale Aufmerksamkeit der innerparteilichen Personalentscheidung in den vergangenen Tagen zuteil wurde, erklärte der designierte Parteichef. Die Dimension habe ihn überrascht und zeige, dass die Freiheitliche Partei ein Schlüsselspieler im innenpolitischen System der Zweiten Republik sei. Die FPÖ sei eben anders als die anderen Parteien. Dennoch bestehe zu allen Parteien eine gut funktionierende Gesprächsbasis. Kickl werde weiter daran arbeiten, die bestehenden Verbindungslinien zu den anderen Parteien und etwaige Allianzen „aufzubauen, zu erhalten und zu pflegen“. Selbst zur ÖVP unterhalte die Partei eine Gesprächsbasis. Kickl legte hier jedoch besonderen Wert darauf, zwischen der „türkisen“ und der „schwarzen“ ÖVP zu unterscheiden. Denn die Vorgänge innerhalb der Regierungspartei würden diese Differenzierung erfordern, erklärte er.

Kämpferischer Kickl gegen „türkise ÖVP“

Die FPÖ sei in der Lage, eine Verschiebung im Kräfteverhältnis in Österreichs Politik zu bewerkstelligen, erklärte Kickl kämpferisch. Er gab Ausblick: Die Partei sei in der Lage, jenen einen Strich durch die Rechnung zu machen, die einen „Staat im Staat errichten“ würden und die Freiheit einschränkten. Aus Sicht der FPÖ sei nämlich die Aufgabe des Staates, die Freiheit des Einzelnen zu schützen und nicht die Eigenständigkeit und Souveränität unserer Heimat aufs Spiel zu setzen. Kickl zeigte sich zuversichtlich, diese große Aufgabe zu meistern, denn mit Jörg Haider habe er den „besten Lehrmeister“ gehabt und die freiheitliche Politik von der Pike auf gelernt. Die FPÖ werde sich entschieden für die Identität der österreichischen Nation einsetzen, versprach Kickl.

Nachlese: Herbert Kickl im exklusiven Wochenblick-Interview

Einigkeit bei FPÖ: „Weißer Rauch ist aufgestiegen“

Die Sitzung des Parteipräsidiums sei von Einigkeit getragen gewesen. „Weißer Rauch“ sei aufgestiegen, so Kickl. Denn zu 100% sei er als designierter Parteichef bestimmt worden. Die endgültige Wahl soll im Zuge eines Sonderparteitags am 19. Juni stattfinden. Oberösterreichs stellvertretender Landeshauptmann Dr. Manfred Haimbuchner musste ebenso wie der Vorarlberger Landeschef Christoph Bitschi aus terminlichen Gründen vorzeitig aufbrechen, doch beide hätten ihre Zustimmung gegenüber der Entscheidung zuvor zum Ausdruck gebracht, erklärte Interimsobmann und Notar Harald Stefan. Haimbuchner, der bei einer Regierungssitzung in Oberösterreich gebraucht wurde, erklärte gegenüber Medien, dass er zu arbeiten habe und im Herbst eine Wahl zu schlagen sei.

Flut von Danksagungen auf Norbert Hofers Facebookseite

Norbert Hofer trat vergangene Woche nach einem längeren Reha-Aufenthalt überraschend als Chef der FPÖ zurück. Auf seiner Facebookseite brach seither eine überwältigende Flut an Danksagungen von Parteifreunden und Fans für seinen Einsatz los. Denn Hofer führte die Partei nach Ibiza durch eine Zeit, die nicht einfach gewesen sei, wie er resümierte.

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