Schock in der Vorweihnachtszeit! Auf der Streaming-Plattform Netflix kann man eine Komödie sehen, in der Jesus als Schwuler und die Heilige Familie als Chaos-Partie dargestellt wird. Brasilien hat mehr Katholiken als sonst irgendein Land, die Empörung war groß. Zwei Millionen haben jetzt Netflix in einer Petition aufgefordert, diese „blasphemische Komödie“ abzusetzen. Bisher gab es keine Reaktion darauf. Netflix wir häufig als „linke Medienplattform“ bezeichnet.

Ein Bericht von Kornelia Kirchweger

Jesus bringt seinen Freund nach Hause

Der Film heißt: „Die erste Versuchung Christi“. Der 46-Minuten Beitrag wird als „Weihnachts-Special“ gezeigt. Er wurde von der Youtube-Gruppe Porta dos Fundus produziert. In der Zusammenfassung heißt es u.a.: Jesus … bringt einen Überraschungsgast zu seiner Familie mit“. Jesus kommt zu seinem 30. Geburtstag nach Hause und stellt der Heiligen Familie seinen Freund Orlando vor. Auf die Frage, wo er Orlando kennenlernte, sagt Jesus: in der Wüste. Orlando spielt später auf einem Keyboard und singt ein Lied, in dem es u.a. heißt: „Gott ist so gut. Er schuf die Welt in sieben Tagen. Und nach kurzer Zeit ertränkte er seiner Schöpfung“.

Jünger sind Säufer, Jungfrau Maria eine Ehebrecherin

Die Plattform Citizen.Go ist ebenso empört. Jesus Christus als Homosexueller, seine Jünger als ungezügelte Alkoholiker. Die Jungfrau Maria als ehebrecherische Frau, die Sex mit dem Gott Vater habe.

Der Sohn des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro bezeichnete den Film auf Twitter als „Müll“, die Filmproduzenten stehen nicht für die Brasilianische Gesellschaft. Man unterstütze die Meinungsfreiheit, lohne es sich aber, 86% der Bevölkerung vor den Kopf zu stoßen?

Shitstorm auf Twitter

Der Film entfachte einen Shitstorm auf Twitter. Viele meinten, Netflix sofort kündigen zu wollen. Ein User schrieb „Ich habe nichts gegen Schwule, aber wenn Gott beleidigt wird, schon“. Für einen anderen User ist der Film „nicht nur ein Angriff auf den Glauben, sondern auch Gotteslästerung“. Ein Anderer schrieb: es sei widerlich und empörend, was Netflix da mache… Es gibt aber auch Fans der Produktion, die den Film als „verdammt witzig“ bezeichnen.

Produzent: Künstlerische Freiheit

Der Produzent Porta dos Fundos versteht die Aufregung nicht und beruft sich auf die künstlerische Freiheit, den Humor durch Satire und auf die Meinungsfreiheit, die das Wesen der Demokratie sei. Anfang dieses Jahres stellte Präsident Bolsonaro die Finanzierung einer Reihe von Filmen ein, darunter einige mit LGBT + (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender +) -Themen. Diese Entscheidung wurde jedoch von einem Bundesgericht rückgängig gemacht.