Gesellschaft zu Weihnachten lässt sich die Kirche der Nächstenliebe einiges Kosten.

Ob der Schnee am Heiligen Abend tatsächlich leise rieseln wird, wie es in dem bekannten Weihnachtslied heißt, das am 24. Dezember wieder überall im Land zu hören sein dürfte, ist mehr als fraglich.

Ein Kommentar von Kurt Guggenbichler

Werbung

Sehnsucht nach Zugehörigkeit

Kein Zweifel jedoch besteht daran, dass sämtliche drei Strophen wieder mit Inbrunst daheim und auch in Kirchen gesungen werden. In der zweiten Strophe dieses 1895 entstandenen Liedes heißt es unter anderem: „In den Herzen ist’s warm, still schweigt Kummer und Harm…“ Was aber, wenn bei einigen Menschen Kummer und Harm nicht still schweigen wollen? Zu Weihnachten, sagt Bischof Manfred Scheucher, kämen oft sehr viele Sehnsüchte hoch, darunter auch die Sehnsucht nach Zugehörigkeit.

„Weihnachten in Gemeinschaft“ kostet extra

Wohin aber können sich Einsame und Verhärmte wenden, um zur Weihnachtszeit wenigstens für einige Stunden nicht allein zu sein? Beispielsweise an das Diözesanbildungshaus Schloss Puchberg bei Wels, wo Einzelne oder auch Paare zwar nicht gerade am 24. Dezember, aber am Abend davor Weihnachten feiern könnten. Dieses Nächstenliebe-Angebot gibt’s aber nicht gratis, weil man dafür „40 Euro zuzüglich Aufenthaltskosten“ berappen muss. Auch „Weihnachten in Gemeinschaft erleben“ bei den Franziskanerinnen in Vöcklabruck können vor Harm Zerfressene nur dann, wenn sie jeweils 35 Euro für die Feier zur Vorbereitung auf den Heiligen Abend bezahlen!