Der oberbayrische Landkreis Ebersberg hat jüngst eine 250 Quadratmeter große Stadtvilla mit einem 1700 Quadratmeter großem Park-Grundstück zur Unterbringung von Asylwerbern angemietet. 

Zwölf bis 14 Asylsuchende sollen ab frühestens Januar in die Luxusvilla in Bestlage einziehen. Unter anderem die wertvollen Böden des Hauses müssten zuvor noch durch geeignete Maßnahmen geschützt werden. Der Mietvertrag ist bis Ende Oktober 2023 befristet. Für die Miete muss das Landratsamt monatlich rund 2.800 Euro berappen.

Das zeigt sich dafür aber sogar noch dankbar: Aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes könne die Quote an aufzunehmenden Asylwerbern im Landkreis nämlich derzeitig ohnehin nur zu 60% erfüllt werden, hieß es. Wie gut, wenn da für die neuen Mitbürger hochpreisiger Wohnraum im Millionärsviertel zur Verfügung gestellt wird!

Tatsächlich ließ das Landratsamt verlauten: „Dezentrale kleinere Unterkünfte sind nicht zuletzt aus humanitärer Sicht und mit Blick auf eine gute und schnelle Integration zu bevorzugen.“ Wie integrationswillig sich die Migranten verhalten und in die Nachbarschaft einfügen werden, wird sich im kommenden Jahr zeigen.

Den Bürgermeister hatte man übrigens zunächst nicht über den Abschluss des Mietvertrags informiert: Er musste in dieser Sache selbst beim Landratsamt nachhaken.