Das geht sogar der angepassten Zivilgesellschaft in Deutschland zu weit. Die Stadt Hamburg prüft Pläne, Buschholz aus dem am Landweg 12.000 km entfernten Namibia zu importieren, um damit Heizkraftwerke zu betreiben. In einer gemeinsamen Stellungnahme protestierten NGOs und Wissenschaftler gegen das Vorhaben. 

Kommentar von Willi Huber

An diesem Vorhaben ist so viel absurd, dass es schwierig wird, mit höflichen Worten einen angemessenen Einstieg zu finden. Im Jahr 2013 stimmten die Hamburger Bürgerinnen und Bürger in einem knappen Volksentscheid mit 50,9 Prozent für den Rückkauf der Hamburger Energienetze und der Fernwärmeversorgung. Dabei wurden verschiedene Grundsätze für den Betrieb festgelegt: Eine „sozial gerechte, klimaverträgliche und demokratisch kontrollierte Energieversorgung aus erneuerbaren Energien“. Oder anders gesagt: eigentlich stramm linke Prinzipien.

Vorschau auf die DDR 2.0

Die linke Mehrheit in Hamburg ist mittlerweile aber erschüttert, was aus „ihrem“ Energieprojekt geworden ist: ein kleiner Vorgeschmack auf das Wirtschaften in der sich an allen Ecken und Enden abzeichnenden DDR 2.0. So möchte die Hamburger Umweltbehörde gemeinsam mit der „Wärme Hamburg GmbH“ unter dem Titel „Transkontinentale Biomassepartnerschaft“ Buschholz aus Namibia importieren. Wenn man die Wahnsinns-Distanz zu dem in Südafrika gelegenen Land einmal außer Acht lässt, bleiben immer noch zahllose Fragen offen. Namibia selbst soll sich in einer Energiekrise befinden und für den eigenen Energiebedarf 60 Prozent Kohlestrom aus den Nachbarländern importieren.

Seifenblase „linke Energiewende“

Für Linke ist ja fast jede Form der Energiegewinnung böse. Ihre wütenden Manifeste zur Energiewende tippen sie dabei in ihre iMacs, iPads und iPhones, gerne auch noch am Weg zur Arbeit im Gender-Referat, den sie im geförderten 100.000 Euro E-Auto zurücklegen. Ihr Strom kommt aus der Steckdose. Am anderen Ende der Steckdose stehen immer mehr Vogelhäcksler, also riesige Windräder für deren Standorte jeweils hektarweise deutsche Wälder gerodet werden müssen. Auch sehr beliebt in der linken Welt: Quadratkilometer voller Solaranlagen, weder schön anzusehen noch sonderlich ökologisch verträglich für die damit zugepflasterten Wiesen und Felder. Da die wichtigen Schlüsselindustrien in Merkel-Deutschland aber ohnehin weitgehend zerschlagen werden, ist eine stabile Energieversorgung wohl nicht so wichtig. Im Notfall helfen ja ohnehin die umliegenden Länder aus, damit nicht ganz Europa in ein Blackout gerissen wird.

Braucht Schiffstransport mehr Energie als Holz angeliefert wird?

Nachdem man aber wohl eine stillschweigende Einigung darüber erzielt hat, dass es durchaus nett ist, im Winter in wohlig warm geheizten Villen und Lofts zu sitzen, muss der Strom dann doch wieder aus Verbrennungskraftwerken stammen. Der Abbau von deutscher Kohle wurde dank all der Klima-Luises und Klima-Gretels aber auch zur Todsünde erklärt. Stattdessen überlegte sich die natürlich durch und durch links dominierte Hamburger Stadtregierung eine besonders lustige Idee. Was, wenn man Holz aus Afrika importieren würde? Das marschiert die 12.000 km ja sicherlich völlig klimaneutral nach Deutschland, ganz ohne Züge oder Schiffe dafür zu benötigen. Schiffe, die in der Regel den Schadstoffausstoß eines ganzen Kraftwerks haben und vermutlich mehr Energie für den Transport verbrennen müssten als Hackschnitzel aus Wüstenbüschen her geben.

Die neue Normalität in Merkel-Deutschland

Einmal mehr sieht man, wie Deutschland zum Irrenhaus der Welt verkommen ist. Die linken Kritiker der linken Buschholz-Initiative berufen sich auf mangelnde Klimaverträglichkeit und fragliche soziale Gerechtigkeit. Sie kommen zum Schluss: „Diese Vortäuschung von Klimaschutz muss verhindert werden.“ Der normale, konservative Mensch dürfte wohl schon bei der Überschrift auf die Lösung kommen: Wer ernsthaft zur Beheizung deutscher Wohnungen Buschholz aus Namibia importieren möchte, könnte vielleicht auch korrupt, unsagbar gierig, kriminell oder klinisch geisteskrank sein. Was „normal“ ist gibt aber der Mainstream vor und man wird letztendlich feststellen müssen: Genau das ist die neue Normalität in Deutschland.