In Rastatt fragte ein 33-jähriger eine „Gruppe junger Männer“ nach dem Weg. Bei diesen dürfte es sich aber um Gewaltkriminelle gehandelt haben. Erfreut, dass sich die Opfer an diesem Donnerstagabend selbständig anliefern, beraubten die „Südländer“ den Mann und prügelte ihn ins Krankenhaus.

Ein satirisches Kommentar von Willi Huber

Erster Akt: Die Verhandlung

„Unser Zusammenleben muss täglich neu ausgehandelt werden.“ meinte die in Deutschland tätige Politikerin Özoguz im Jahr 2015. Ob sie wirklich meinte, dass dies in der Praxis so auszusehen hat? Im ersten Akt dieser Verhandlung fragte ein 33-jähriger in Rastatt eine Gruppe ihm unbekannter Männer nach den Weg. Einer von ihnen fragte im Gegenzug nach seinem Mobiltelefon. Nachdem dem Ortsunkundigen der Deal „Richtungsangaben gegen Mobiltelefon“ mißfiel, lehnte er höflich ab.

Zweiter Akt: Die Behandlung

Was zum zweiten Akt führte, der in Tagen wie diesen immer häufiger im mitteleuropäischen Straßenbild aufgeführt wird: Der Watschentanz. Das bis dahin spießig-langweilige, weil friedliche Zusammenleben auf deutschen Straßen wird dabei durch bunte, erlebnisorientierte Folklore bereichert. Im vorliegenden Fall prügelten die sechs Täter den Mann zu Boden, um dann unter Einsatz ihrer Füße weiterzutanzen. Ihr Opfer erlitt schwere Kopfverletzungen, konnte sich aber nach Ende der Darbietung zu einer Bekannten schleppen. Er wurde umgehend ins Krankenhaus eingeliefert.

Dritter Akt: Die Amtshandlung

Konkrete polizeiliche Maßnahmen konnten noch nicht gesetzt werden, da die sechs Männer wie schon erwähnt „Unbekannte“ sind. Die Polizei hat allerdings verlautbart, dass sie – wer hätte das gedacht – ein südländisches Äußeres aufweisen. Nachdem Rastatt bei der letzten Volkszählung 231.018 Einwohner verfügte, von denen im Landkreis 14,4 Prozent noch nicht mit der deutschen Staatsbürgerschaft ausgestattet wurden, dürfte sich die Suche etwas schwierig gestalten. Vorausgesetzt, man sucht bei so präzisen Personenangaben überhaupt noch nach den Tätern – schließlich könnten einem grüne Politiker dann „racial profiling“ vorwerfen. Schlimm genug, dass die Pressaussendung dieses Detail beinhaltete. Hätte nicht „ein Mann“, „weiße Schildmütze“, 25-35 Jahre ausgereicht?

Tat provoziert?

Es ist noch unklar, ob das Opfer den Vorfall vielleicht durch seine Respektlosigkeit, die fremden Herren einfach auf offener Straße anzusprechen, provoziert haben könnte. Besonders kultursensibel gegenüber der als sehr feinfühlig bekannten Event- und Partyszene war dies bestimmt nicht. Eine diesbezügliche Anfrage an die Lokalpolitik ist in Vorbereitung. Rastatt wurde nach Auskunft der Stadthomepage bei der Gemeinderatswahl 2019 „bunter“. Oberbürgermeister Pütsch (CDU) freut sich über bunte 9 Sitze der SPD, 7 Sitze der Grünen, 1 Sitz der Linken und zahlreiche weitere Kleinfraktionen. Insgesamt sitzen acht Parteien im Gemeinderat und stellen sicher, dass die Stadt im besten Deutschland, das es je gab, bunt und weltoffen bleibt.