Alles für den Zeitgeist: So in etwa könnte der Slogan des mit Zwangsgebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunks lauten. Vom eigentlichen Auftrag, den Mächtigen auf die Finger zu schauen, ist nicht viel übrig geblieben. Man hat sich vielmehr arrangiert und fungiert als Sprachrohr des schwarz-rot-grünen Altparteien-Kartells.

Kommentar von Alfons Kluibenschädl

Am Wochenende „beehrte“ uns also ZDF-Haussatiriker Jan Böhmermann mit einer zweiten unfassbaren Beschimpfung der älteren Generation auf Kosten des Steuerzahlers und freute sich über den Tod coronakritischer Omas. So weit, so gut. So ekelhaft und unnötig das ist: Einzelfall ist das keiner, denn der Fisch stinkt dort längst nicht mehr nur am Kopf, sondern längst bis zur Schwanzflosse. Dies zeigte auch ein nicht minder groteskes Lied der an Jugendliche gerichteten Video-Schiene „funk“, für die ARD und ZDF jährlich etwa 45 Millionen Euro an Steuergeld springen lassen.

Zahlende Kritiker sollen gefälligst die „Fresse halten“…?

Dieses ist auch deshalb so exemplarisch, weil es eigentlich schon aus dem Sommer 2019 stammt. Aus aktuellen Anlassfall jazzte „funk“ es aber auf Facebook erneut hoch, teilte es ein zweites Mal. Dort trällern zwei junge Damen jedes erdenkliche Mainstream-Narrativ vor.

Bereits im Titel machen sie klar, was sie kritischen Stimmen unter denen raten, wenn sie anderer Meinung sind: „Klappe halten“. Dabei wird kräftig gegen Andersdenkende vom Stapel gelassen: „Du bist besorgt, was wohl passiert, wenn jeder Flüchtling reinspaziert und dir die Arbeitsplätze klaut. Bei dir ist Feminismus Männerhass und Schwulsein findest du doof, können die das lassen“, baut die blonde Protagonistin einen Strohmann auf, um dagegen wettern zu können.

Mit ordinären Worten gebietet sie Vertretern solcher Positionen, zu schweigen. Wörtlich: „Wenn du keinen Plan hast, vielleicht einfach die Fresse halten. Hau mit deinem Fremdenhass bloß ab. Fick dich doch ins Knie mit deiner Ideologie, nach der Meinung habe ich nicht gefragt“.

Altes Impf-Statement wird einfach recycelt

Danach tritt die zweite Protagonistin ins Bild. Sie schimpft nun gegen Befürworter alternativer Heilmethoden: „Du liebst Homöopathie, statt Medizin nur Globuli. Du hast gehört, das heilt auch Krebs. Wer seine Kinder impft, ist doof, das hast du aus nem Facebook-Post, du hast auch ohne überlebt“. Vermutlich ist das auch der Hintergrund, wieso „funk“ das Machwerk erneut spielt.

Das ist besonders problematisch, denn sie unterstellt dabei quasi kritischen Experten, nur auf Profit ausgerichtete falsche Propheten zu sein: „Du hast Angst und glaubst all den ‚Experten‘, die dank dem Bullshit nur noch reicher werden.“ Das sei überhaupt alles „Scharlatanerie“. Vor fünfzehn Monaten eine allgemeine Kritik an Personen, die mit der Schulmedizin wenig anfangen können. Heute frische Propaganda, um den Widerstand gegen den Corona-Irrsinn zu verunglimpfen: Ein durchschaubares Manöver.

Meinungsmache für die Jugend aus Zwangsgebühren

„Wes Brot ich ess‘, des Lied ich sing“, lautet ein altes Sprichwort. Und selten war dies deutlich wie bei den beiden Damen. In ihren aus Zwangsgebühren mitfinanzierten YouTube-Kanälen predigten sie bereits häufiger so wie der Wind gerade weht. Die eine sang bereits vor Monaten: „Da gibt’s die einen, die tragen zwar Masken aber nur so über dem Mund. Denen würde ich gerne sagen: Du bist der Grund für die Pandemie“.

Die andere hat einen Wissenschaftskanal und durfte im Frühjahr sogar für die ARD einen Gastkommentar zur Pandemie abgeben. Sie warb darin für eine Corona-App und schürte die Hoffnung auf eine Impfung als Erlösung. Der Versuch einer „Herdenimmunität“ sei hingegen „undenkbar“, weil es strenge Einschränkungen brauche, die einen Monat dauern würden. Acht Monate später ist halb Europa wieder im Lockdown – die Sätze sind nicht gut gealtert. 

Betreutes Denken auch in unseren Gefilden

Freilich, wenig ist so schlecht gealtert wie ein Video aus dem Jänner, in dem der Bayerische Rundfunk allen Leuten, die sich vor dem aus Asien eingeschleppten Corona-Virus fürchten, einfach quasi rechte Hetzer zu sein. Heute berichten sie das Ganze freilich komplett anders herum, jeder der auch nur den geringsten Zweifel am Ende der Zeit wittert, ist ein gefährlicher Hetzer. Auch das sind Ihre Zwangsgebühren bei der Arbeit. 

Aber selbst wer glaubt, das ganze geht nur in Deutschland so: Nein, auch in Österreich gehört es für den Staatsfunk mittlerweile zum guten Ton, abweichende Meinungen zur besten Sendezeit zu verspotten. Der ORF schaffte es am Sonntag nicht einmal, einen sportlichen Jahresrückblick neutral zu gestalten. Man stellte abweichende Meinungen als Verschwörungstheorien dar und nutzte sie als Dreh- und Angelpunkt seiner Geschichte. Zwei davon waren marginal lustig, der Rest war plumpe Hetze.

Auch hier nichts neues: Am Küniglberg ist jeder, der an den türkis-grünen Maßnahmen zweifelt, schon länger Freiwild. Ein preisgekrönter ORF-Redakteur verglich Kritiker erst vor kurzem mit einer Schafsherde und bezeichnete das Internet mit der Verfügbarkeit alternativer Darstellungen als „Informationsschrottplatz“ Wochenblick berichtete. Publikumsbeschimpfung zu einem Abopreis, bei dem man am freien Markt wohl niemanden zum Abschluss bringen würde.

Brisanter Ausschnitt bei Talk-Sendung zensiert

Was nicht sein kann, das darf nicht sein – also macht man sich lustig oder verunglimpft. Oder man macht es erneut wie der ZDF und zensiert. Bei der Sendung von Markus Lanz am 2. Dezember sprach ein Talk-Gast über riesige, multinationale Konzerne, die zwar in Deutschland keine Steuern zahlen, aber 75 Prozent an Umsatz-Entgang per Corona-Hilfen aus Steuergeld beziehen würden. Weil er dabei einen Konzern exemplarisch erwähnte, auf den das ausnahmsweise doch nicht zutraf, wurden fast zwei Minuten Sendematerial für die Online-Mediathek herausgeschnitten.

Nein, keine einordnende Korrektur, kein im Nachhinein dazu editierter Lauftext – sondern die völlige Löschung der gesamten, eigentlich fundierten Kritik. Kann man theoretisch machen – aber wenn jedes Mal, wenn ein Politiker oder „Experte“ im Fernsehen einen Stuss redet oder sich auch nur geringfügig falsch erinnert, üppig Material herausgeschnitten wird, dann könnte sich das ZDF die Mediathek sparen, sie wäre nämlich relativ leer. So bleibt der schale Geschmack, dass der Bürger für Informationen zahlt, die man ihm anschließend vorenthält.

Eine Zensur findet nicht statt und eine Meinungsmache auch nicht. Nur betreutes Denken, aber wer will schon Wortklauber sein.