Gekaufte Journalisten? Linzer Medien kassieren Millionen 1
Der Verein "Arcobaleno" erhielt im Jahr 2016 204.796 Euro an Steuergeld-Förderungen.

Das macht Österreicher sauer: Ein Linzer Nachhilfeverein verlangt von Asylwerbern nur einen Bruchteil der Kosten, den die Österreicher berappen müssen. Während zehn Nachhilfestunden in Mathematik oder Englisch für Österreicher 100 Euro kosten, müssen Asylwerber dafür nur 30 Euro bezahlen.

Wie die „Kronen Zeitung“ berichtet, handelt es sich bei der Einrichtung um den gemeinnützigen Verein „Arcobaleno“.

Werbung

Pikant: Der Verein kassierte vor zwei Jahren 204.796 Euro an Steuergeld in Form von Förderungen.

Österreicher diskriminiert

Dies ist besonders deshalb fragwürdig, weil der Verein auf seiner Homepage prominent mit Gleichbehandlung wirbt. Er präsentiert sich außerdem als „interkulturelles Begegnungszentrum“.

Bei der Hausübungsbetreuung gibt es drei Stufen, berichtet die Krone weiter. 10 Euro für Asylwerber, 30 Euro für Bezieher der Mindestsicherung und 100 Euro für alle anderen – pro Semester. Eine Stellungnahme gab der Verein bis dato zu den Vorwürfen nicht ab.

200.000 Euro Steuergeld

Besonders sauer stößt Österreichern die großzügige Steuergeld-Förderung mit über 200.000 Euro auf. Eine Beispielrechnung zeigt: Ein Mitarbeiter, der etwa 1.200 Euro netto monatlich verdient, kostet dem Arbeitgeber rund 20.000 Euro im Jahr.

Mit einem Jahresbudget von 200.000 Euro könnte ein derartiger Verein also locker acht Vollzeitkräfte, zum Beispiel Sozialarbeiter, anstellen und hätte immer noch 40.000 Euro Budget zum Ausgeben, etwa für diverse Veranstaltungen.

Gegenüber „Wochenblick“ kritisiert jetzt eine 25-jährige Leserin scharf, wie so etwas „in einem schwarz-blau geführten Bundesland überhaupt möglich sein kann“.

Politik reagiert

Jetzt reagierte bereits FPÖ-Klubobmann Herwig Mahr, der offenbar sauer ist und die Abschaffung der Förderung fordert: „So ein Verein verdient keine Förderung. Wo kommen wir da hin, dass Inländer im eigenen Land mehr für die Nachhilfe zahlen müssen.

Der grüne Integrationslandesrat Rudi Anschober kündigte an, um Aufklärung für die unterschiedliche Preisbildung der Nachhilfestunden zu bitten.

Jugendboss sauer

Verärgert zeigt sich auch RFJ-Boss und Bundesrat Michael Raml.

„Wenn mir schon auf der Homepage des Vereins auffällt, dass den Leuten dort der Einsatz für Gleichberechtigung ein großes Anliegen ist, so erscheint es doch völlig widersprüchlich, wenn man ausgerechnet bei den Preisen für Nachhilfe dermaßen unterscheidet.“

Wo bleibt der Aufschrei?

Er zieht außerdem unverblümt den Vergleich zum Pendant – der Diskriminierung von Ausländern – und kritisiert den fehlenden Aufschrei jener, die vergleichbare Fälle immer wieder auf den Plan rufen würden:

„Oft wird Ausländerdiskriminierung bereits dann vorgeworfen, wenn es in der Schulkantine keine Alternative zum Schweinsschnitzerl gibt. In diesem Fall, wo Inländer tatsächlich benachteiligt werden, fehlt mir der Aufschrei von jenen, die sonst immer als erste mit dem Finger zeigen, wenn es um die gebotene Gleichbehandlung geht.“