Am Sonntag wird der ehemalige Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) als Redner bei der Großdemo in Wien auftreten, um auch mit der überbordenden Politik von Amtsnachfolger Karl Nehammer abzurechnen. In einem Video erklärt er nun seine Beweggründe, sich auch proaktiv auf die Seite der Demonstranten zu stellen – und richtet dabei auch einen Appell an die Bürger, im Kampf für die Freiheit das Einende über das Trennende zu stellen.

Unsere schöne Heimat, so Kickl, sei auf den Kopf gestellt worden von einer Regierung samt eines Kanzlers, der „nicht davon zurückschreckt, Menschen mittels käuflicher Medien falsch zu informieren, die eigene Bevölkerung in eine regelrechte Wolke der Angst zu hüllen, Gesetze zu missachten und zu brechen, die Demokratie und unsere Grund- und Freiheitsrechte zu verstümmeln und damit die eigene Macht bis ins Uferlose auszubauen“. Dies alles geschehe „unter dem Deckmantel des Schutzes vor Corona“.

Schädliche Auswirkungen der Regierungsmaßnahmen

Das Ergebnis der Kurz-Politik sei beängstigend: Wo Leute sich frei entfalten konnten, herrsche nun Unplanbarkeit, Unvorhersehbarkeit und Zwang. Wo früher gelernt, gearbeitet und studiert wurde, hinge immer öfter ein großes Schild mit der Aufschrift „Geschlossen“. Wo früher Beschäftigung und Unternehmertum für Wohlstand sorgten, würden nun Massenarbeitslosigkeit und Pleitewellen grassieren. Im Gesundheitsbereich würde anstatt ganzheitlicher Zugänge nun alles auf ein einziges Virus verengt.

Auch im persönlichen Bereich hätte sich viel geändert: „Wo Menschen früher einander nahe waren und ein pulsierendes soziales Leben uns allen Kraft und Energie gegeben hat, gibt es jetzt von oben herunter verordnet Isolation, Distanz und Abstand zueinander“. Das alles sei die „neue Normalität“ der ÖVP. Die Menschen sollten sich dabei nichts einreden lassen: „Ihr täuscht euch nicht mit euren Wahrnehmungen und Empfinden, lasst euch das nicht einreden“.

Volk als Schutz vor „totalitären Entwicklungen“

In dieser Situation gehe es nicht um viel, sondern um alles: „Um unsere Gesundheit, um unser Leben, um unsere Rechte, und vor allem um unsere Freiheit und damit um unsere Zukunft. Wir haben es in unseren eigenen Händen“. Dies wisse die Regierung, weshalb sie sich vor der eigenen Bevölkerung und deren Freiheitswillen fürchte. Weil diese ihre verfehlte Politik aber stur weiter verfolge, müsse das Volk das Schicksal in die Hand nehmen und „unsere Gesellschaft vor totalitären Entwicklungen selber schützen“.

Dies schaffe man nur, in dem man den Protest auch auf der Straße artikuliere – und zwar „demokratische, friedlich, aber genauso bestimmt und entschlossen“. Dies müsse so lange und so nachhaltig geschehen, bis er auch gehört werde. Für ihn ist der Auftrag klar: „Deshalb ist der Platz der einzigen verbliebenen Opposition auch an der Seite der kritischen Bürger. Und deshalb werde ich bei der nächsten Großdemonstration in Wien unter dem wunderschönen Motto ‚Für die Freiheit‘ dabei sein.“

Nehammer-Drohgebärden „kein Zeichen von Stärke“

Er bittet die Österreicher, „so zahlreich wie möglich“ ebenfalls am Sonntag, den 31. Jänner um 13 Uhr auf den Maria-Theresien-Platz in Wien zu kommen. Denn: „Setzen wir gemeinsam, über alle unterschiedlichen Ansichten in anderen politischen Fragen ein Zeichen des Mutes, ein Zeichen der Zuversicht und Optimismus und vor allem für Demokratie und Freiheit“.

Man solle sich nicht von den Drohgebärden Nehammers einschüchtern lassen. Diese seien nämlich kein Zeichen von Stärke, sondern ein „offenes Eingeständnis von Verunsicherung und der Angst vor kritischen und mündigen Bürgern“. Diese seien nicht für die Gesundheit, die Demokratie oder die Sicherheit gefährlich – sondern einzig und allein für die Fortsetzung einer gescheiterten Corona-Politik ohne Augenmaß gefährlich.

Auflagen einhalten: Kurz & Co. in die Suppe spucken

Wie bereits einige Organisatoren zuvor bittet auch Kickl, dass die Teilnehmer sich dabei an die Auflagen halten – und etwa Masken mit sich führen und Abstand halten; auch wenn es schwer falle. Nicht die Polizei bei ihrer Befolgung der Befehle von oben, sondern die „falsche Politik der Regierung“.

Daher: „Machen wir es Kurz und Nehammer in ihrer Anti-Demonstranten-Propaganda so schwer wie möglich, in dem wir die Auflagen anhalten. Denken wir dabei an das große gemeinsame, das übergeordnete Ziel: Diese freiheitsfeindliche, diese wohlstandzerstörende, die gesundheitsschädliche Politik zu beenden.“

Dabei ist übrigens zu erwähnen, dass bereits an der Anreise einiges Ungemach drohen könnte: Denn die jüngste Verordnung aus dem grünen Gesundheitsministerium sieht vor, dass Menschen bei Fahrgemeinschaften, in Taxis und auch in privat gemieteten Bussen zwingend eine FFP2-Maske tragen müssen. Es wäre also praktisch, diese zu befolgen, damit die Exekutive die Teilnehmer nicht schon vor der Demo aussieben!

Mitorganisator: „Spazierengehen und freies Atmen ist gesund!“

Einen emotionalen Demoaufruf lancierte unterdessen auch Alex Ehrlich, der Teil des Organisationsteams ist. Anhand der Fallzahlen weist er nach, dass die große Demo am 16. Jänner – anders als von Teilen des Mainstreams unterstellt – das Infektionsgeschehen nicht fördert, im Gegenteil. Denn seitdem sich immer mehr Leute gegen die Einschränkug der Grund-und Freiheitsrechte einsetzen, gehen die Zahlen an Testpositiven sogar zurück

Ehrlichs ehrliches Fazit geht daher sogar in die andere Richtung: „Spazierengehen und freies Atmen ist gesund und reduziert offenbar die Coronafälle. Kommt am 31.01.2021 nach Wien, und lasst uns nochmal spazieren gehen! Endlich wissen wir, wie man die Pandemie bekämpft!!“