70 Milliarden Euro stecken in rund 3000 Privatstiftungen in Österreich. Eine Summe, die beinahe dem jährlichen Bundesbudget entspricht: 2021 werden Einzahlungen in der Höhe von 76,4 Milliarden Euro erwartet. „Wer zahlt, schafft an“, sagt man – so lässt diese Dimension erahnen, wie viel Macht gerade in den großen Stiftungen gebunden ist.

Von Elsa Mittmannsgruber

Im Vergleich aber zur „Bill und Melinda Gates“-Stiftung mit einem Kapital von 47 Milliarden US-Dollar stehen die Österreicher fast arm da. Darum kommt man nicht umhin, beim Thema Stiftungen auch über das Ehepaar Gates zu berichten, ist ihre Stiftung immerhin die größte private Stiftung der Welt. Und gerade derzeit ist ihr Einfluss wieder allgegenwärtig. Schnell trifft einen die Verschwörungstheoretiker-Keule, wenn man nur ihren Namen in den Mund nimmt.

Immer wieder dieselben Namen

Selbiges gilt für George Soros. Doch Verschwörungstheorie hin oder her, wenn etwas Großes in der Welt passiert, tauchen ihre Namen immer wieder auf. Selbst, wenn man gar nicht damit rechnet. Und selbst, wenn man ihre Namen gar nicht mehr erwähnen möchte, weil es einem schon beinahe absurd erscheint, worin die Herrschaften überall verwickelt sind. Unlängst erging es mir so bei meinen Recherchen zur Bargeldabschaffung. Wer ist hierbei federführend? Die „Better Than Cash Alliance“ (auf Deutsch: „Besser-als-Bargeld-Bündnis“). Von wem wird sie finanziert?

Alles nur für eine bessere Welt

Von der „Bill und Melinda Gates“-Stiftung. Na logisch, ist es doch entgegen aller Kritik ein weiterer Beitrag zu einer besseren Welt. So die Argumentation der angeblichen Philanthropen. Nun steht es also nicht zur Disposition, dass sie durch ihr Vermögen enormen Einfluss haben. Worin sich die Geister aber scheiden, ist, ob Gates, Soros oder andere vermögende Privatstiftungen, die sich der Gemeinnützigkeit verschrieben haben, einfach nur Wohltäter sind oder eigene Agenden verfolgen.

Wer Letzteres glaubt, gilt schnell als Spinner. Obwohl es natürlich ist, sich nur für Dinge zu engagieren, die man selbst für gut erachtet. Und das ist eine subjektive Haltung. Kurzum: Des einen Freud ist des anderen Leid.