Britische Gesundheitsbehörden warnten am Mittwoch davor, dass Personen mit einer ernsthaften Vorgeschichte bezüglich allergischer Reaktionen mit der Covid-19-Impfung von Pfizer/BioNTech geimpft werden.

Von Kornelia Kirchweger

Zwei Mitarbeiter des Gesundheitswesens entwickelten nämlich nach der Impfung schwerwiegende Reaktionen, erholten sich mittlerweile aber wieder. Jetzt wird untersucht, ob die Reaktion mit der Impfung zusammenhängt. In den USA verstarben bereits sechs Probanden im Zuge von Studien mit dem selben Corona-Impfstoff.

Wiederbelebungsgeräte müssen parat sein

Bei der Warnung handelte es sich um eine „Vorsichtsmaßnahme“. Die beiden Betroffenen haben sich wieder erholt, heißt es. Die britische Arzneimittelstelle MRHA verfügte jedenfalls, dass „Personen mit einer ernsten Vorgeschichte an allergischen Reaktionen auf Impfungen, Medikamente oder Lebensmittel“ den Pfizer/BioNTech Wirkstoff nicht bekommen sollen. Zudem sollen Impfungen nur in Einrichtungen vorgenommen werden, die über Wiederbelebungsgeräte verfügen. Solche Empfehlungen sind angeblich nicht ungewöhnlich. Einige, schon auf dem Markt befindliche Impfstoffe, warnen vor allergischen Reaktionen und Ärzte müssen darauf achten, wenn Menschen, die in der Vergangenheit auf Medikamente oder Impfstoffe reagiert haben, neue Produkte erhalten.

Jucken, Atemnot, Schwellungen

Die zwei betroffenen Personen sind Träger von Adrenalin-Autoinjektoren. Diese Geräte werden von Allergikern verwendet, um sich vor einer Schockreaktion – etwa nach dem Verzehr von Nüssen – zu schützen. Der Beipackzettel des Impfstoffs warnt vor allergischen Reaktionen bei Risikogruppen: „Der Impfstoff ist nicht zur Anwendung an Menschen bestimmt, die gegen eine der verwendeten Substanzen allergisch sind“, heißt es dort. Als mögliche Reaktionen werden Jucken, Atemnot und ein Anschwellen von Gesicht und Zunge genannt. Pfizer und BioNTech sagten, in den späten Studien wurden bei dem Impfstoff „keine ernsthaften Sicherheitsbedenken“ festgestellt. Mehr als 42.000 Menschen haben während der Versuche zwei Dosen davon erhalten.  Allerdings waren darunter keine Allergiker.  Warum gerade zum Auftakt der Massenimpfung ausgerechnet Allergiker geimpft wurden, ist ungeklärt.

Öffentlichkeit soll sich nicht sorgen

Hochrangige Medizin-Experten bestätigten die „richtige Reaktion“ der Aufsichtsbehörde, die breite Öffentlichkeit sollte sich aber keine Sorgen wegen des Impfstoffes machen. Es gebe einen kleinen Teil von Personen, die auf fast jedes Medikament allergisch reagieren. Großbritannien hat am Dienstag mit seinem Massenimpfprogramm begonnen. Die MHRA hat letzte Woche eine Notfallgenehmigung für den Prizer/BioNTech Impfstoff erteilt. Großbritannien ist damit das erste Land, das eine großflächige Impfung mit diesem Material genehmigte.

Einschränkungen bis mindestens März

Es ist nicht bekannt, wie viele Menschen am Mittwoch geimpft wurden. Nach dem Beginn in 70 Spitälern soll die Impfung ab kommender Woche in 200 Arztpraxen erhältlich sein. Geplant ist, 800.000 Menschen in der ersten Phase die Impfung zu verabreichen – insbesondere an Personen über 80, Pflegeheimpersonal und Gesundheitsmitarbeiter. Der Chefmediziner für England erklärte vor einem Parlamentsausschuss: Der Winter sei die schwierigste Zeit für das Gesundheitswesen, Abstandregeln und Einschränkungen des Soziallebens werden bis mindestens März weiter bestehen.