Was bei einer vorschnellen und hektisch durchgeführten Impfkampagne mit eilig eingewiesenen Massenimpfern passieren kann, ist aktuell in einem Pflegeheim im deutschen Stralsund zu sehen. Am Wochenende wurden acht Mittarbeiter des Heims geimpft, dabei erhielt jeder von ihnen den gesamten Inhalt einer Impfstoffflasche, der eigentlich für fünf Impfungen gedacht war. Vier der Überimpften klagten anschließend über grippeähnliche Symptome und kamen zur Beobachtung stationär ins Krankenhaus.

Der Hersteller verwies laut Medienberichten darauf, dass eine Überimpfung zuvor an Freiwilligen getestet wurde. Dabei wären keine bleibenden, unerwünschten Ergebnisse festgestellt worden. Studiendaten mit diesbezüglich aussagekräftigen Zahlen und Fakten wurden aber nicht vorgelegt. In Deutschland kam es mit dem neuen Impfstoff bereits zu mehreren Pannen.

Arzt ignorierte Beipackzettel

Auf dem Beipackzettel des Pfizer-BioNTech COVID-19-Impfstoffs steht als erster Satz: „Dies ist eine Mehrdosendurchstechflasche, deren Inhalt vor der Verwendung verdünnt werden muss.“ Dem im eiligen Gehorsam impfenden Arzt in Stralsund hätte auffallen müssen, dass nicht der gesamte Inhalt einer Flasche gespritzt werden darf. Dennoch ist es bei acht Impfwiligen vorgekommen. Die übliche Impfdosis liege bei 30 Mikrogramm. Der Hersteller hat in Testläufen bis zu 100 Mikrogramm gespritzt, also etwas mehr als die dreifache Menge.

Längerer Krankenhausaufenthalt für einen Betroffenen

Die Bild-Zeitung veröffentlichte inzwischen Informationen, wie es den geimpften Pflegern gegangen ist. Dabei wurde eingestanden, dass eine der Personen immer noch stationäre medizinische Betreuung benötigt. Beachtlich ist, mit welcher Sorglosigkeit in Deutschland offenbar mit dem Thema umgegangen wird. Gerade bei einem neuen Impfstoff, der zuvor nirgendwo eine Zulassung erhielt, wäre bei der Verabreichung doch etwas mehr Sorgfalt angebracht. Viele Menschen sind jetzt noch mehr verunsichert als zuvor. (AA / Red.)