Während die weltweite Einführung von Impfstoffen gegen Covid-19 an Fahrt gewinnt, gibt es zugleich zahlreiche Berichte über einen lebhaften Schwarzmarkt – vor allem im Muster-Impfland Israel. Ein Schwarzmarkt entsteht üblicherweise immer dann ziemlich schnell, wenn ein Artikel mit hoher Nachfrage knapp wird und Menschen bereit sind, höhere Preise als die marktüblichen zu bezahlen, um den Artikel dennoch zeitnah erhalten zu können.

Von Franziska Bernhard

Die Zutaten für einen einträglichen Schwarzmarkt sind freilich schon kredenzt – die Impfstoffe werden in großen Mengen hergestellt, viele Lieferketten sind nicht sicher, und einige wohlhabende Leute werden dafür bezahlen, dass sie in die Warteschlange springen oder einen bevorzugten Impfstoff erhalten. Dies wird wiederum zur Korruption derjenigen führen, die Impfstoffe vertreiben und verabreichen, und denjenigen, die bereit sind, ihren vorrangigen Platz in der Impfschlange gegen Geld einzutauschen. Das Problem wird in weniger entwickelten Ländern besonders akut sein, mag man vermuten – aber besonders in Israel und Osteuropa blühen bereits die Schattengeschäfte.

Bis zu 4.700 US-Dollar pro Dosis

Aus der Ukraine etwa finden sich Polizeiberichte, wonach einige reiche und einflussreiche Ukrainer geimpft wurden, nachdem sie bis zu 4.700 US-Dollar pro Dosis, wahrscheinlich des Pfizer-Impfstoffs, gezahlt hatten. Berichten zufolge könnte der Impfstoff aus Israel eingeführt worden sein und mehrere hochrangige ukrainische Beamte und Geschäftsleute wurden inoffiziell geimpft. Wenn es sich um den israelischen Impfstoff handelt, könnten Banden der organisierten Kriminalität beider Länder beteiligt sein.

Israel: Gefälschte Impfbücher und -Nachweise

Aber nicht nur der Handel mit Impfstoffen blüht; auch gefälschte Impfbücher und Impfbescheinigungen erfreuen sich reger Nachfrage – besonders im Musterland der Massenimpfung, in Israel.

Als Israel damit begann, Sportstudios, Hotels und andere Veranstaltungsorte wieder zu öffnen und diejenigen, die sie nutzen wollen, dazu zwangen, den Nachweis zu erbringen, dass sie gegen COVID-19 geimpft worden sind, standen viele der Impfung doch recht skeptisch gegenüber. Die Sicherheit der Dokumentation soll der sogenannte „grüne Pass“ gewährleisten, dessen Einführung auch in der EU bereits diskutiert wird.

IT-Experte: Betrug sehr einfach

Allerdings verdienen sich israelische IT-Experten ein nicht geringes Zubrot, indem sie den grünen Pass schlichtweg fälschen: „Mit einem Grafikprogramm ist es einfach, den Text auf dem Pass zu ändern, aber der QR-Code sieht schwer zu fälschen aus, nicht wahr? Eigentlich ist das sehr einfach.“, schrieb Ran Bar-Zik, ein Experte für Cybersicherheit, in einem Facebook-Beitrag.

Bar-Zik erklärte, dass der QR-Code auf dem „grünen Pass“ des Gesundheitsministeriums nicht verschlüsselt sei und direkt einer Textfolge entspricht, wobei die persönlichen Daten des Inhabers, einschließlich Name, ID-Nummer und Impfdatum, mit dem Text identisch und auf dem Pass selbst gedruckt sind. „Wer den falschen Pass scannt, sieht genau die gleichen Details, die auf dem Pass aufgedruckt sind, und es wurden bereits Zehntausende von Pässen gefälscht“, so Bar-Zik weiter.

100.000 Benutzer wollen falsche Impfdokumente

Bei Telegram blüht bereits ein reger Schwarzmarkt für gefälschte Impfzertifikate, wo sich mehr als 100.000 Benutzer angeschlossen haben, die Fälschungen zu einem Preis von etwa 100 Euro anbieten, berichtete auch der Nachrichtensender Channel 12. Scheinbar sehnt sich doch nicht jeder begeistert nach der Nadel. Die massiven Rückstände der Regierenden in puncto Digitalisierung könnten ihnen jetzt auf die Füße fallen und sie vom impf-unwilligen Volk leicht an der Nase herumgeführt werden.