Im Zuge der unkontrollierten Masseneinwanderung kommen auch vermehrt Ärzte aus dem nahem Osten und Afrika nach Deutschland und Österreich, die hier um Anerkennung ihrer Abschlüsse ersuchen.

Allein im deutschen Bundesland Sachsen beantragten in den letzten Jahren 1330 Ärzte aus Drittstaaten die Approbation, berichtet die Alternative für Deutschland (AfD). Das sind drei bis viermal so viele Ärzte wie aus EU-Staaten.

Werbung

Vor kurzem wurde eine Gynäkologin aus Libyen wegen fahrlässiger Tötung in NRW verurteilt,die aufgrund unzureichender Kenntnisse  ein Baby hatte sterben lassen („Wochenblick“ berichtete).

Gefahr für Patienten

Es gäbe deutschlandweit Zweifel, ob das derzeit praktizierte Approbationsverfahren der Patientensicherheit dienlich sei. Zum einen bestünde die Gefahr, dass gefälschte Diplome anerkannt werden und zum anderen würde die Qualität der Medizinerausbildung in den Herkunftsstaaten der Drittstaatler angezweifelt, so die AfD.

André Wendt, sozialpolitischer Sprecher, erklärt: „Das Approbationsverfahren für Ärzte, die ihre Qualifikation in Drittstaaten erworben haben, beruht auf einer Gleichwertigkeitsprüfung. Im Zuge dieser Prüfung wird festgestellt, ob der Drittstaatenabschluss mit dem deutschen Abschluss vergleichbar ist. Diese Prüfung erfolgt anhand vorgelegter Diplome und Zeugnisse.

Ist die Ausbildung im Ausland nicht gleichwertig, kann das Defizit durch Berufserfahrung ausgeglichen werden.  Wenn keine einschlägige Berufserfahrung Berufserfahrung vorliegt, müssen die Antragsteller eine Kenntnisprüfung ablegen.

andré wendt afd sachsen

Ausbildung nicht vergleichbar

Wendt weiter: Es kann grundsätzlich angezweifelt werden, dass die Mediziner-Ausbildung, die in Drittstaaten absolviert worden ist, qualitativ mit der deutschen vergleichbar ist. Aber auch durch vorgelegte Urkunden oder einer mindestens 60-minütigen Kenntnisprüfung, die sich in ihrer Kürze auf den Inhalt des gesamten Medizinstudiums beziehen soll, kann die Eignung zum Mediziner m.E. nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden.“

Zudem würden sich die ärztlichen Tätigkeiten und Behandlungsmethoden in Entwicklungsländern von denen hierzulande unterscheiden.

Deutsche Ärzteschaft warnt

Tatsächlich warnt die deutsche Ärzteschaft bereits und fordert eine Verschärfung für Zulassungen. Ausländische Ärzte aus Staaten, die nicht der Europäischen Union (EU) angehören, sollten eine Prüfung auf Niveau des zweiten und dritten deutschen Staatsexamens ablegen müssen, um in Deutschland eine Zulassung zu erhalten. Das forderte der Präsident der deutschen Bundes­ärzte­kammer (BÄK) Frank Ulrich Montgomery.

Das ist deshalb besonders interessant, weil das deutsche Ärzteblatt sechs Wochen zuvor noch stimmungsvoll über 16 Asyl-Ärzte im deutschen Bundesland Hessen berichtete, die eine Approbation erhalten hätten.

Bereits zwei Todesfälle

In Deutschland kam es mit solchen Ärzten bereits zu zwei Todesfällen, wie ein Bericht der „Neuen Westfälischen“ zeigt. Die Ärztekammer Westfalen-Lippe schlug Alarm.

In einem Krankenhaus in der Region starb ein Kind bei der Geburt wegen den fehlenden Kenntnissen einer Gynäkologin als Lybien. Die Ärztin wurde wegen fahrlässiger Tötung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, arbeitete aber danach sogar an einem anderen Krankenhaus weiter.

Im zweiten Fall starb ein Mann nach einem Sturz unter Alkoholeinfluss. Er wurde ohne weitere Diagnose einfach in eine Psychiatrie eingewiesen und starb dort an einer Gehirnblutung. Sowohl der Notarzt als auch der diensthabende Arzt der Psychiatrie waren Ärzte „mit ausländischen Studienabschlüssen und fraglich ausreichenden Sprachkenntnissen“, so die Ärztekammer.

LR Anschober lässt sich von Asylwerber Haare schneiden
Anschober setzt sich sehr intensiv für die Ausbildung von Asylwerbern ein. Experten kritisieren, er würde damit bewusst notwendige Abschiebungen verhindern wollen.

 

Anschober: Schnellere Anerkennung

Der oberösterreichische Landesrat Rudi Anschober (Grüne) fordert indes schnellere Anerkennungsverfahren für Ärzte aus Drittstaaten. Ärzten, die im Zuge der Migrationsbewegung nach Österreich gekommen sind, soll unter bestimmten Voraussetzungen rascher eine Arbeitserlaubnis erteilt werden.

Grundsätzlich ist eine formale Anerkennung nur für die Ausübung von reglementierten Berufen notwendig, darunter fallen auch Gesundheitsberufe. Diese „Nostrifizierung“ sieht Anschober als „langwierig“ an und fordert schnellere Zulassungen.

In Oberösterreich handelt es sich konkret um 34 Ärzte und 17 Zahnärzte.