Seit geraumer Zeit wird in Oberösterreich über ein neues Hundehaltegesetz debattiert. Doch Gesetze können Unfälle mit Hunden nicht verhindern. Und durch Corona könnte die Zahl der Hundebisse in Zukunft sogar deutlich zunehmen.

Dieser Tage erst ereignete sich wieder ein Zwischenfall. Der ÖVP-Bürgermeisterkandidat von Niederwaldkirchen (Bezirk Rohrbach) war bei einem Wahlwerbebesuch auf einem Bauernhof von einem Schäferhund angefallen worden und musste mit schweren Bissverletzungen im Spital behandelt werden.

Mehr Hundebisse im Spital behandelt

Solche Fälle gab es leider auch schon vor Corona, doch in letzter Zeit stiegen die Zahlen stark an, den Veränderungen durch die Pandemie geschuldet. So mussten 2020 circa ein Viertel mehr Verletzungen nach Hundeattacken in den Krankenhäusern behandelt werden als noch 2019, so das Kuratorium für Verkehrssicherheit. In Oberösterreich sank zwar die Zahl der angezeigten Hundebisse 2020 auf 226 – 2019 waren es noch 235 – aber ein Grund für Entwarnung ist das nicht.

Seit einem Jahr geschlossene Hundeschulen

Im Corona-Jahr nahm die Zahl der Hundehalter wieder zu, aber die Möglichkeiten für die Ausbildung der Vierbeiner war durch geschlossene Hundeschulen seit Monaten kaum möglich und auch der Kontakt zu Artgenossen fehlte, was sich vor allem bei Welpen auswirken dürfte. Aber auch die zeitliche und räumliche Nähe zum Menschen durch Lockdowns stresst viele Hunde, so das Kuratorium.