„Unsere Heimatstadt. Unsere Hausordnung. Nur mit uns“, plakatieren die Blauen in Linz. Doch dahinter steckt mehr als ein Wahlkampfschmäh, sondern der ernsthafte Versuch, das Miteinander und das Wohnklima in der Landeshauptstadt zu verbessern.

Bei Bürgerstammtischen oder Veranstaltungen, bei persönlichen Gesprächen mit den Linzer Bürgern bot sich immer ein ähnliches Bild: Beschwerden über die Zustände in den städtischen Wohnsiedlungen häuften sich. Den ganzen Tag über und bis spät nachts gibt es massive Lärmbelästigungen. In den Hausfluren, den Müllplätzen und den Gartenanlagen kommt es zu starker Vermüllung. Und auch fremde Sitten und Gebräuche, die durch den verstärkten Zuzug von Zuwanderern in unsere Wohnsiedlungen kommen, sorgen immer öfter für Probleme, so der freiheitliche Linzer Vizebürgermeister Markus Hein. Und da auch Beschwerden bei den zuständigen Wohnbaugenossenschaften oft nicht fruchten, muss endlich vonseiten der Stadt gegengesteuert werden.

Wohnqualität steigern

Deshalb fordert der blaue Vizebürgermeister einen „Hausordnungs-Dienst“ für Linz. Dieser soll als Service der Stadt Linz eng mit den Wohnungsgenossenschaften und den Mietern zusammenarbeiten und für Ordnung und Sauberkeit sorgen. Dazu soll der geforderte Hausordnungsdienst dazu berechtigt sein, abzumahnen, zu strafen oder anzuzeigen. Ebenso sollen sie Ausweispapiere verlangen dürfen und die Daten der betroffenen Personen aufnehmen, wenn sie Verstöße bemerken. Von der Einführung eines Hausordnungs-Dienstes erwartet sich Hein, dass dieser dabei helfen soll, die Wohnqualität zu steigern und das soziale Klima in den Wohnanlagen zu verbessern. Als Vorbild dienen dabei die seit 2009 in Wien im Einsatz befindlichen Ordnungsberater. Diese sind in den Wohnsiedlungen für die Einhaltung der Hausordnung und des Wiener Reinhaltegesetzes zuständig.

Ghettobildung verhindern und sinkende Betriebskosten

Und für die Mieter hätte dieser Hausordnungs-Dienst, der als Service der Stadt zu verstehen sei, noch einen weiteren Vorteil neben der Verbesserung des Wohnklimas. Denn für die Wohnungsgenossenschaften und für die Mieter entstehen keine Mehrkosten, da er im Sozialressort der Stadt angesiedelt werden soll. Durch die regelmäßigen Kontrollen und Einschreiten bei Zuwiderhandlungen müssten nicht mehr wie bisher alle Mieter für die Reinigungskosten aufkommen, sondern die Verursacher. Und wenn die Vermüllung sinkt, sinken auch die Betriebskosten. Zudem wäre dies ein weiterer Schritt, dass sich Mieter und Linzer wohlfühlen und nicht weiter aufs Land ziehen, zumal so auch eine weitere Ghettobildung verhindert werden kann, ist sich Vizebürgermeister Hein sicher.

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