Derzeit macht ein Video aus Lüneburg die Runde in sozialen Medien. Dort sieht man junge Menschen in einer Party-Location, die einfach einmal ihre Jugend ausleben wollen. Nur: Weil nun mal Corona ist, verbannt man sie in Holzgehege, in denen sie dann zur besten Ballermann-Mucke abtanzen können. Es ist ein bildliches Zeitzeugnis eines Wahnsinns, den man uns heute als „neue Normalität“ verkauft.

Kommentar von Alfons Kluibenschädl

„Jung und dumm“ in Freiheit – das war einmal

Wir waren alle einmal jung – und was war das für eine tolle Zeit! Lachend und lallend durch die Straßen ziehen, sich stundenlang alle Gliedmaßen wund tanzen und schließlich völlig schweißgebadet nach stundenlangem Bezirzen der Eroberung des Abends die Zunge in den Hals stecken. Zumindest meine Wenigkeit war zugegebenermaßen  kein Kind von Traurigkeit und das Prädikat „Partytiger“ wäre vielleicht noch zu milde gewählt. Ich musste erst ein Vierteljahrhundert alt werden, ehe ich einmal ein Wochenende ausließ. Somit kann ich mich mit Verlaub in die Situation rein fühlen.

Man ist ja nur einmal jung und will all die spannenden Erlebnisse einmal durchmachen. Die ersten heißen Küsse in der Disco, den ersten Vollrausch, den ersten Filmriss und die betrunkene Mutprobe, die wie durch ein Wunder glimpflich ausging. Man will jung und dumm sein und seine Fehler machen dürfen, um daran zu wachsen. Nur: Irgendwann in den letzten anderthalb Jahren haben ein paar Machthungrige entschieden, das geht nicht ohne völlig hirnrissige Einschränkung. Weil irgendwo schwirrt ja ein Virus herum, das 99,99 Prozent der Menschen im feierwütigen Alter nicht umbringt.

Total-Schikanen von Impfzwang bis Gehege-Haltung

Genau diese Gruppe – junge Menschen, die das Leben auskosten wollen – schikaniert man nun völlig. In Österreich ist man so weit, dass sie ohnehin nur mit Corona-Genesung oder doppelter Impfung in Clubs und Discos dürfen. Blieb man früher heimlich länger fern als abgemacht, um seinen Alten mit übler Bierfahne unglaubwürdig weis zu machen, man sei „eh schon um 12e daheim gewesen“, ist’s nun die heimliche Impfung, die man sich gönnt. Man will ja nicht der einzige aus der Clique sein, der den geilen Abend verpasst. Nebenwirkungen? Jo mei! No risk no fun! Rein mit dem experimentellen Zeugs!

Aber wie das Video aus Lüneburg (wo 2G auch politisch schon diskutiert wird) beweist: Es geht sogar noch bescheuerter. Und da will ich mich noch gar nicht einmal drüber austoben, dass die Partygäste alle im Dirndl aus dem Alpenraum herumspringen und meine Volkskultur eigentlich nicht deren Saufkleid ist. Ich bin auch kein wahrer Schotte und trotzdem schon einmal bei Highland Games im Umfeld angeheitert im Kilt im Schlamm gelegen. Aber dort tanzen junge Menschen tatsächlich in abgesteckten Holzgehegen, um den Abstand zu halten, den irgendein Panik-Guru der Politik als „sicher“ eingestuft hat. Sie nehmen „Brot und Spiele“ dankbar an: Besser als nix.

Ein nacktes Abbild des Corona-Wahnsinns

„Ich will dich nackt sehen,“ erschallt es aus den Boxen für die schunkelnde Herde. Aber entblößt wird dabei nur die Absurdität solcher Regeln. Denn selbst wenn man nun in der ganz üblen Corona-Angst lebt und das Virus für die Nachfolgerin der Pest hält, machen ein Meter hohe Holzgehege keinen Sinn. Für alle kritischen Beobachter macht es aber den Eindruck, dass man mit „Brot und Spielen“ Jedermanns Gunst erkaufen kann. Auf der Titanic spielte bis zuletzt die Bordkapelle. In Lüneburg tanzt man eben auch in der totalen Corona-Diktatur bis in den sprichwörtlichen Untergang – und hält gegenüber denen, die einem diesen Irrsinn aufbürden, trotzdem die Füße still. 

Man könnte nun treffliche Gedankenspiele anstellen: Wie viele der Partygäste bekamen für ihre Impf-Eintrittskarte wenigstens eine Bratwurst? Was passiert eigentlich, wenn ein Jüngling zur kessen Blondine im Nachbargehege wechseln will und ihr näher kommen: Springt dann der Security dazwischen und ringt ihn zu Boden, als hätte er gerade ein halbes Zeltfest aufgemischt? Sind sie sich auch nur ansatzweise bewusst, dass man sie wortwörtlich wie eine Schafsherde einpfercht – und wieso lassen sie es mit sich machen? Ich frage bloß für einen Freund, der mit dem Gedanken spielt, sich demnächst einen Platz auf der Gästeliste bei Kurz-Intimus Ho im Club zu erimpfen (Wochenblick berichtete).

Nur erkämpfte, nicht „geschenkte“ Freiheit schmeckt

Mittlerweile bin ich zwar aus dem Alter heraußen, dass ich jedes Wochenende Vollgas geben muss. Ich ziehe heute ein gemütliches Gläschen mit Freunden im eigenen Garten einer durchzechten Partynacht oder einem mehrtägigen Musikfestival vor. Aber trotzdem denke ich mir: Das kann und darf nicht als „Normalität“ gelten. Weder auf Konzerten noch in Discos ist es natürlich, Menschen wie Tierherden zu halten. Es ist auch nicht normal, dass Menschen ihren Impfpass zeigen müssen, wenn sie ein Feierabendbier trinken oder sich zum Friseur „reintesten“ müssen. Damit beweisen müssen, dass sie gesund sind. 

Mir ist schon klar wie das läuft: Irgendwo in den Globalisten-Hinterzimmern dürften sich Gates, Schwab & Co. ins Fäustchen lachen, weil jede Menge Sesselfurzer in der Politik ihre Befehle ausführen und aus dem gesellschaftlichen Leben ein brutales sozial-psychologisches Experiment machen. Aber entscheiden, ob man mitmacht, kann man immer noch selbst. Also: Raus aus den Gehegen – denen im Geiste sowie denen in der Realität. Eine Freiheit, die man erkämpft und lebt, schmeckt besser als eine, die man nur in abgespeckter Form von den Mächtigen „geschenkt“ bekommt.

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