Im März verabredete sich der fast blinde und gehbehinderte Ex-Koch Helmut K. (50) aus Kaufbeuren (Schwaben) auf einer schwulen Dating-Plattform zu einem Rendezvous mit einem jungen Syrer. Doch das erwartete schwule Sex-Abenteuer mit dem 29-jährigen „Vorzeige-Flüchtling“ wurde zu seinem Todesurteil. Weil der Syrer nur sein Geld wollte, erstickte er den Frührentner eiskalt.

Der angebliche Vorzeige-Flüchtling Karam A. (29) soll von einem anderen Syrer namens Hazem K. (21), der sich in der Nachbarschaftshilfe engagiert gezeigt habe, erfahren haben, dass der behinderte 50-Jährige rund 8.000 Euro in seiner Wohnung aufbewahrte. Gemeinsam sollen die Syrer einen dunklen Mordplan geschmiedet haben, um an das Geld zu kommen.

Der Tatort in Kaufbeuren:

Er nannte sich „Wandalalaland“

Weil sie um die Homosexualität des Frührentners wussten, soll sich der Syrer Karam A. auf einer Schwulen-Plattform unter dem Namen „Wandalalaland“ angemeldet haben, um so mit dem Beeinträchtigten in Kontakt zu treten.

Qualvoll an Zahnprothese erstickt

Am 14. März fand dann das Treffen in der Wohnung von Helmut K. statt. Im Zuge dessen soll der 29-Jährige den Frührentner brutal in seinem Bett geknebelt haben. Dabei rutschte die Zahnprothese des beeinträchtigten 50-Jährigen in dessen Rachen, sodass dieser qualvoll erstickte. Der Syrer klaute daraufhin den Schmuck und das Bargeld des Rentners.

Verwirrung um Täter

Von Anfang an schob Karam A. alles auf seinen syrischen Freund Hazem K. Dieser chattete für den gehandicap­ten Mann auch mit potenziel­len Sex-Partnern. Erst so soll er die Idee für den Raub mit dem Fake-Account entwickelt haben. Im Polizeiverhör ge­stand er alles und belastete seinen 29-jährigen Komplizen schwer. Im August erhängte sich Hazem K. in seiner Gefängniszelle.

Lebenslange Haft für Syrer

Am 3. Dezember fand nun der Prozess gegen das syrische Brüderpaar Karam und Mohamad statt. Für das Landgericht Kempten stellte sich heraus, dass der 29-Jährige der Mörder des Frührentners sein muss. Obwohl Karam stets behauptete, nichts mit dem Mord zu tun zu haben, fanden die Ermittler seine DNA-Spuren am Tatort. Durch das brutale Knebeln habe der Syrer den Tod des Behinderten billigend in Kauf genommen. „Karam A. verübte die Tat aus Habgier, heimtückisch und zur Ermöglichung der Be­gehung einer Straftat“, erklärte das Gericht.

Er wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Sein jüngerer Bruder (23) wurde wegen Begünstigung verurteilt und erhielt acht Monate auf Bewährung. Er hatte Teile der Beute in einem Toaster versteckt.