Laut Wahlanalyse der deutschen Forschungsgruppe „Wahlen“ haben etwa 30 Prozent der unter 30-Jährigen ihre Stimme den Grünen gegeben. Die CDU verkommt zusehends zur Seniorenpartei, sie kann bei den unter 30-Jährigen nur 13 Prozent holen. Aber auch die AfD hat ihre Schwierigkeiten, bei den jungen Menschen zu punkten. Die Jugend wählt lieber links, doch was sind die wahren Gründe dafür?

Ein Kommentar von Laila Mirzo

Die AfD wird eher von Männern und Arbeitern gewählt, bei der Jugend will die Botschaft nicht so recht ankommen. Um den jahrelangen und systematischen Diffamierungs-Kampagnen entgegenzutreten, trat man bei der deutschen Schwesterpartei bewusst staatsmännisch auf. Das wirkt für die Jugend mancherorts alt und verstaubt. In Österreich hingegen war es bislang die Spezialität der FPÖ, junge Menschen anzusprechen. Mit Rap-Videos und schwungvollen Wahlkampagnen hatte sich die FPÖ ein jugendliches Image aufgebaut, doch auch hier hat die selbstauferlegte Bürgerlichkeit in der Regierungsbeteiligung Stimmen im jugendlichen Wählerlager gekostet.

Weichgespült statt streitbar

Für die Jugend ist es heutzutage nicht einfach, eine eigene politische Meinung zu haben. Zumindest nicht, wenn diese vom Mainstream abweicht oder gar „politisch unkorrekt“ ist. Themen wie Migration und Umwelt sind zur Gewissensfrage geworden. Wer sich hierzu kritisch äußert oder gar aus der Reihe tanzt, riskiert seine moralische Integrität. Der Greta-Hype hat sich unter den Jugendlichen längst zu einer hysterischen Massenbewegung ausgewachsen. Irgendwie muss die Jugend ihre Weltreisen und Wegwerf-Kaffeebecher wohl kompensieren…

Migranten mit Wahlrecht

Tendenziell wählen Migranten links. Schließlich versprechen linke Parteien niedrige Migrations-Hürden und einen sicheren Platz in der sozialen Hängematte. Bis jetzt konnte SPD und SPÖ die Stimmen der Migranten mit Pass für sich pachten. Doch seitdem die Wahldebakel zur Routine werden, wenden sich auch die Migranten von den Roten ab und wählen eher grün und irgendwann dann ihre eigenen Parteien…