Die Corona-Krise hat auch die Welserin Gerlinde Hofbauer (53) um ihren langjährigen Job als internationale Hotel-Marketing-Managerin in der Reisebranche gebracht – vorläufig. Nach jahrelanger Tätigkeit in München ist sie jetzt wieder in ihren Heimatort zurückgekehrt, wo sie ihrem Bruder beim Betreiben der „Altstadt-Weinstube“ hilft.

Von Kurt Guggenbichler

Im Gastgewerbe hat Gerlinde früh Erfahrungen gesammelt. Denn bereits als junge Frau wurde die Absolventin der Handelsakademie 2 in Wels in Kitzbühel und am Tegernsee als Rezeptionistin tätig.

„Ich wollte immer weg aus Wels“, sagt sie und kann das im Rückblick heute auch allen anderen jungen Menschen empfehlen. Zumindest für eine Weile. Denn es sei gut, wenn man auch woanders Erfahrungen sammeln könne, auch wenn es einen später vielleicht wieder zu den Wurzeln zurücktreibe.

Aufgewachsen ist Gerlinde mit ihren drei Schwestern und zwei Brüdern in der Fritsch-Straße, in den ehemaligen Ami-Häusern, die später von den Angehörigen des Bundesheeres bewohnt wurden. „Mein Vater war Vizeleutnant beim Panzerbataillon 14. Nach seinem Tod vor zwei Jahren war ich wieder öfter in Wels.“

In Lauerstellung

Davor war Gerlinde viel in der Welt herumgereist, sehr häufig in der Karibik, da dort ihre Hauptklientel beheimatet ist. Vor allem die Prominenteninsel „Mustique“, wo sich Hollywood- und internationale Pop-Stars wie Mick Jagger, Bryan Adams oder David Bowie gern zum Urlauben einstellen, war eines ihrer Haupteinsatzgebiete.

Nach ihrer Zeit als Rezeptionistin war Gerlinde ins Hotelvermarktungsgewerbe gewechselt, zunächst als Angestellte. Als sie 29 Jahre alt war, machte sie sich mit einer eigenen Agentur in dieser Branche selbstständig.

Diese Agentur gibt es noch immer, doch durch Corona ist ihr ganzes Reise- und Marketinggeschäft zu 90 Prozent weggebrochen, sodass sie den Rest jetzt auch noch nebenbei und von Wels aus betreiben kann, wie sie sagt.

Auch wenn das Geschäft nächstes Jahr wieder anlaufen sollte, was freilich noch fraglich ist, will Gerlinde ihre geschäftlichen Aktivitäten künftig nicht mehr von München, sondern nur noch von Wels aus betreiben.

Reisen fehlt

„Denn es ist auch schön wieder zu Hause zu sein“, sagt die Weltenbummlerin. Bis sich das Reiseverhalten wieder normalisiert, hilft sie eben in der Welser Altstadtkneipe ihres Bruders Walter Hofbauer aus, der die legendäre frühere „Schnapsbude“ der Gebrüder Horst und Rudi Neumayr betreibt.

Als hübscher helfender Aufputz im Weinlokal hat sich Gerlinde schon eine kleine Fan-Gemeinde erarbeitet. Im Prinzip ist sie auch glücklich in ihrer neuen Umgebung, auch wenn sie betont: „Das viele Reisen fehlt mir schon sehr!“