Vor wenigen Tagen haben in Oberösterreich die Sommerferien begonnen. Vor allem das letzte Semester offenbarte das Bild eines Bildungssystems, das knapp vor dem ultimativen Kollaps steht. Sex, Gewalt und Drogen beherrschen den Alltag in unseren Klassenzimmern. Nun erreichten uns auch noch Informationen, wonach eine Lehrerin sogar die Schularbeit eines Afghanen selbst geschrieben haben soll…

Eine Reportage von René Rabeder

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Drogen und Gewalt

In den letzten Monaten berichtete der „Wochenblick“ häufiger über besorgniserregende Zustände an heimischen Schulen. Die alltäglichen Missstände reichen von schwerer körperlicher Gewalt, sexuellen Übergriffen, Drogenmissbrauch in den Klassenzimmern bis zu Mobbing an Lehrern und Schülern. Vor allem ein Fall aus Ottakring schockierte, als dort ein Schüler mit Migrationshintergrund seinen Lehrer gegen die Schultafel schleuderte. Auch andere Schüler quälten den Pädagogen, feuerten Wurfgeschosse auf ihn ab und pfiffen mit einer Trillerpfeife in sein Ohr.

Wäre es dem Lehrer nicht zu bunt geworden und hätte dieser nach dem monatelangen Martyrium nicht für einen kurzen Augenblick die Contenance verloren, als er zu spucken ansetzte – der Terror der jungen Migranten gegen ihn wäre wohl noch lange weitergegangen. Unsere Redaktion erreichten seither unzählige Zuschriften von Schülern und Lehrern, die von ihren eigenen schlimmen Erfahrungen berichteten. Besonders brisant war ein Fall aus dem oberösterreichischen Perg, wo eine Schülerin die Schule wechselte, weil die Lehrer völlig die Kontrolle über die Jugendlichen verloren gehabt hätten.

Obwohl sie uns von Drogen und Gewalt berichtete, wollte sie mit ihrer Geschichte aber nicht an die Öffentlichkeit. Zu sehr eingeschüchtert hätten sie zuvor die Mitschüler und auch die Lehrkräfte an ihrer alten Schule. Ein Schicksal, das sie mit vielen Betroffenen in unserem Bildungssystem teilt. Denn Respektlosigkeit und das nicht mehr Vorhandensein einer gewissen „Unterrichtbarkeit“ junger Schüler ist nur eine Seite des Problems.

Zuckerfest an Volksschule

Nicht selten sind es die Pädagogen selbst, die mit äußerst fragwürdigen Ansichten und Methoden in Erscheinung treten. So sorgte die Direktorin der Vöcklabrucker Volksschule-2 bei vielen Eltern für Kopfschütteln, nachdem dort während der Unterrichtszeit das Ende des islamischen Ramadans mit dem „Zuckerfest“ gefeiert wurde. Mütter muslimischer Kinder, diese stellten übrigens 80 Prozent der Schüler, hätten traditionelle Süßspeisen, die zum Ende des Fastenmonats verzehrt werden, am Gang der Schule angeboten. Dann wurden alle Kinder der Volksschule zum „Zuckerfest“ eingeladen, auch die nicht muslimischen Schüler mussten teilnehmen.

Vorwürfe gegen Lehrerin

Der Lehrer Thomas S. (Name der Redaktion bekannt) aus dem Innviertel erklärte sich nun in einem ganz speziellen Fall der Anbiederung oder falsch verstandener Toleranz gegenüber Schülern aus fremden Kulturen bereit, das Schweigen zu brechen. Ende Jänner soll, so die Ausführungen des Lehrers, in einer Neuen Mittelschule eine Englischschularbeit stattgefunden haben. In der betroffenen Klasse 1A sei auch ein Schüler aus Afghanistan unterrichtet worden. Doch dieser musste seine Arbeit laut den Anschuldigungen nicht selbst schreiben. Stattdessen sei der Test von seiner Lehrkraft, einer der ÖVP nahestehende Diplom-Pädagogin (Name der Redaktion bekannt) selbst ausgefüllt worden. Dabei baute die Lehrerin mutmaßlich absichtlich Fehler ein.

Der Lehrer S. erfuhr nach eigenen Angaben von diesem Sachverhalt, als seine Kollegin wenige Tage später von ihm verlangt habe, er solle die Arbeit ausbessern. „Ich habe ihr dann gesagt, ich korrigiere keine Lehrerleistungen, sondern Schülerleistungen“, schilderte uns der Pädagoge im persönlichen Gespräch und erklärte, „daraufhin hat sie ihre Arbeit einfach selbst ausgebessert und diese natürlich auch noch bei der Halbjahres- und Jahresbewertung des Afghanen berücksichtigt“. S. habe in der Folge sofort den Direktor der Schule und die dafür zuständige Schulqualitätsmanagerin über diesen Sachverhalt informiert. Das geht auch aus einer schriftlichen Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis hervor, die dem „Wochenblick“ vorliegt.

Der Direktor dementiert

„Unternommen wurde aber gar nichts“, erzählt uns der Lehrer. Der „Wochenblick“ erreichte den Direktor der Schule, Peter L. (Name der Redaktion bekannt), der für eine Stellungnahme bereit war. „So ein Vorfall hat bei uns sicher nicht stattgefunden. Das kann schon alleine deshalb nicht passieren, weil bei uns immer Team-Teaching betrieben wird, also zwei Lehrer pro Klasse unterrichten“, so der Direktor. Er habe keinerlei Informationen über den Fall und auch der Lehrer, der mittlerweile an eine andere Schule versetzt worden sei, habe niemals mit ihm darüber gesprochen. Thomas S. wurde tatsächlich an eine andere Schule versetzt und über ihn wurde ein Disziplinarverfahren – wegen eines anderen Vorfalls – verhängt, in dessen Folge er eine Strafe von 300 Euro bezahlen musste. „Freunde und Bekannte wollten ein Konto einrichten, um mich in dieser ungerechten Sache zu unterstützen.

Von Kollegen gemobbt

Ich habe das aber mit Würde selbst gezahlt, weil durch das Verhalten der Kollegen das Ansehen der gesamten Lehrerschaft in Mitleidenschaft gezogen worden war“, führt S. aus. Vor allem auch sein eigener Ruf sei nun ruiniert, nur weil er beim Betrug einer anderen Lehrerin nicht tatenlos zusehen wollte. Auch bei dem bereits erwähnten anderen Fall, für den S. eine Disziplinarstrafe entrichten musste, sah sich der bei seinen Schülern äußerst beliebte Lehrer augenscheinlich bereits Mobbing seiner Kollegen ausgesetzt. Der Ursprung dieser Sache lag ebenfalls bei einem jugendlichen Afghanen.

Dieser schikanierte seine Mitschüler, war äußerst brutal und schreckte sogar vor sexuellen Übergriffen nicht zurück. Als „erzieherische Maßnahme“ zeigte ihm der Lehrer ein Video, das er selbst im Nachhinein als „pädagogisch verzichtbar“ beschreibt. „Ich wollte ihm mit dem Film den Unterschied zwischen dem Leben in Afghanistan und Österreich deutlich machen und ihm die Konsequenzen seines Handelns erklären“.

Für diese Aktion erntete der Wahl-Innviertler aber einen wahren „Shit-Storm“. Seine Kollegen starteten gar eine Unterschriftenliste, deren Ziel es war, ihn von der Schule zu mobben. Tatsächlich sollte er in diesem Fall an eine andere Schule versetzt werden, wogegen sich S. aber vorerst noch erfolgreich zur Wehr setzen konnte. Brisant: Sogar zu einem Fest der Schule kurz vor Ferienbeginn durfte der Lehrer nicht mehr erscheinen. Man erteilte ihm kurzerhand quasi ein Hausverbot. Er erhielt daraufhin zahlreiche Nachrichten von Schülern, die ihm ihre Unterstützung erklärten und unisono festhielten, sie würden den spannenden und abwechslungsreichen Unterricht des Pädagogen vermissen. „Das ist nett und freut mich sehr. Aber kaufen kann ich mir davon leider auch nichts“, schließt S. im Gespräch mit uns.