Beim EU-Türkei-Gipfel im bulgarischen Warna konnte sich der türkische Präsident Recep Erdogan erneut großzügiger finanzieller Unterstützung aus Brüssel versichern. Gemäß „Flüchtlingsdeal“ mit der Türkei von 2016 will die EU jetzt eine zweite Tranche von drei Milliarden Euro für die dort „betreuten“ und vom europäischen Festland ferngehaltenen Migranten bereitstellen. Von den Mitgliedstaaten sollen zwei Milliarden Euro, aus dem EU-Haushalt eine Milliarde Euro kommen.

Ein Beitrag von Kornelia Kirchweger

Mit dem auch als „Merkel-Plan“ bekannten Deal wurde, am Willen der Bürger vorbei, eine Umsiedlungsquote syrischer Flüchtlinge auf EU-Gebiet geschaffen. Die Sicherung ihrer Außengrenzen kommt für die EU ja nicht in Frage.

Migranten werden zurückgeschickt

Der eigentlich von einem Österreicher ausgetüftelte Plan funktioniert nur einseitig – über die Türkei nach Griechenland kommende Migranten werden zurückgeschickt. Dafür holt die EU dieselbe Zahl an syrischen Flüchtlingen per Direktflug auf ihr Gebiet.

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Pikante Visa-Erleichterung für Türken

Das geschieht bereits laufend, wobei die EU weitaus mehr Syrer hereinholt, als Flüchtlinge von Griechenland in die Türkei geschickt werden. Die Zahlen belegen das: seit Jahresanfang kamen 4.000 Migranten via Türkei nach Griechenland. Nur 100 wurden zurückgeschickt.

Mit Nachdruck forderte Erdogan in Warna die Umsetzung der stark umstrittenen Visaliberalisierung für Türken ein. Seine Regierung habe der EU bereits Vorschläge unterbreitet. Der türkische Präsident betonte, die Visaliberalisierung müsse jetzt schnell umgesetzt werden. Laut Experten könnten bis zu fünf Millionen Türken dann in die EU einreisen und sich unter Umständen bevorzugt in Österreich und Deutschland ansiedeln („Wochenblick“ berichtete ausführlich).

Schließung der Mittelmeer-Route

Im Vorjahr kamen 40.000 Migranten via Türkei nach Griechenland von denen ein Großteil heute noch auf diversen Inseln, in überfüllten Lagern, lebt. Erdacht hat den „genialen“ Plan der Österreicher Gerald Knaus mit seiner globalistisch ausgerichteten Denkfabrik „European Stability Initiative“ (ESI).

Soros mischt mit

ESI-Partner ist unter anderem George Soros, US-Milliardär und Kämpfer für eine Welt ohne Grenzen. Als Bundeskanzler Sebastian Kurz die Schließung der Mittelmeer-Route und Errichtung von Auffanglagern in nordafrikanischen Staaten forderte, war Knaus gar nicht dieser Ansicht.

Beides sei „unrealistisch“ sagte er. Man könne das nur mit einem ähnlichen Deal wie mit der Türkei lösen: Nordafrika solle seine über Italien in die EU kommenden Migranten zurücknehmen. Dafür soll die EU von dort eine jährliche Quote an Studenten und Arbeitskräften aufnehmen.