Auch in Gmunden trafen sich kürzlich rund 1000 Personen zu einem friedlichen „Corona-Spaziergang“ gegen die widersprüchlichen Corona-Maßnahmen der Bundesregierung und den angedrohten Test- und Impfzwang. VP-Bürgermeister Stefan Krapf rief zur Rückkehr zu einem Miteinander auf und verwehrte sich gegen Beschimpfungen wie „Fetzenschädel“. FPÖ Bezirksparteiobmann Markus Steinmaurer bewertete die Aktion als positiv, man könne hier nicht von Corona-Leugnern oder von Verschwörungstheoretikern sprechen, hier seien mündige Bürger aus allen Lagern unterwegs gewesen.

Von Kornelia Kirchweger

Bürgermeister: Grundrechte ja, Gefährdung nein

Bürgermeister Krapf betonte in einer Videobotschaft auf Facebook, das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung, auf Demonstration und Versammlung. Die Veranstaltung sei aber nicht angemeldet worden, also illegal. Zudem sei bewusst gegen die Masken- und Abstandspflicht verstoßen worden. Das sei verantwortungslos und gefährde Menschen, insbesondere jene Gruppen, die Säulen dieser Gesellschaft seien.

Er sei besorgt über die zunehmende Intoleranz gegenüber unterschiedlichen Meinungen, auch in Gmunden, die goldene Mitte sei verloren gegangen. Dem Verfasser des Spaziergang-Videos, richtete Krapf auf FB aus: er und viele Gmundner wissen, wer das sei – und dass dieser von den Corona-Maßnahmen massiv betroffen sei. Krapf werde den Namen nicht nennen, um nicht noch mehr zu polarisieren. Man verwahre sich aber die im Video zu hörende, öffentliche Diffamierung als „Fetzenschädeln“.

FP-Steinmaurer: untragbare Spaltung in „Gut und Böse“

FP-Steinmaurer bezeichnete es als „untragbar, wenn Medien, oder Gmundens Bürgermeister Spaziergänger als Gefährder anderer Menschen“ hinstelle. Hier werde mit allen Mitteln versucht, die Menschen in „Gut und Böse“ zu spalten, das dürfe man sich nicht gefallen lassen. Freiheit sei das höchste Gut in einer gelebten Demokratie, sagte er. Die Initiative dürfte über soziale Medien organisiert worden sein. Am Abend des 4. Jänner bewegte sich ein langer Zug von Spaziergängern vom Yachthafen Richtung Rathaus, ein Teil weiter zur Traunbrücke. Medien sprachen von 600-700 Personen. Ein Teilnehmer spricht in einem Video-Mitschnitt von über 1000 Teilnehmern.

Polizeisprecher: legitime Versammlungsfreiheit

Die Polizei beobachtete vor Ort das Geschehen, griff aber nicht ein. In den sozialen Medien gingen u.a. deshalb die Wogen hoch. Das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit gelte selbstverständlich auch für spontane Kundgebungen, betonte Polizeipressesprecher David Furtner. Eine Auflösung der Veranstaltung sei nur bei strafrechtlichen Handlungen möglich, Verwaltungsübertretungen müsse man aushalten. Für eine Auflösung aufgrund der Nichteinhaltung der Corona-Bestimmungen sei zudem ausschließlich die Gesundheitsbehörde, also die Bezirkshauptmannschaft, zuständig.