Am Mittwoch (15. September) dürfte der Gmundner Gemeinderat die Vertragsvergabe an eine Firma zur Neugestaltung des sogenannten Seeviertels beschließen. Läuft alles weiter nach Plan, könnte das ehrgeizige Vorhaben bis zum Kulturhauptstadtjahr 2024 realisiert sein.

Noch sei die Sache nicht vollends in trockenen Tüchern, meinen Skeptiker, und Vorsicht ist in Gmunden bei derartigen Unternehmen stets geboten. Schon mehrere Hotelprojekte, aber auch andere Baupläne sind in der Vergangenheit schon „baden gegangen“.
Das „Lacus-Felix“-Seehotel-Desaster von vor sieben Jahren sitzt vielen Gmundnern noch immer in den Knochen, ganz besonders aber den Stadtverantwortlichen, die das Areal nach dem Scheitern des Projekts für 7,6 Millionen Euro zurückkaufen mussten. Diesmal jedoch könnte tatsächlich wahr werden, wovon viele Tourismusverantwortliche schon seit mehr als 20 Jahren träumen: die Realisierung eines Viersterne-Plus-Hotels mit 120 Betten, an der Schiffslände beim früheren Seebahnhof.

Hauptwohnsitze statt Zweitwohnsitze

Im Umfeld der neuen Hotels sollen Wohn- und Bürogebäude und mit ihnen ein neues Viertel am See entstehen. Dem Stadtbild wird es guttun, wenn die derzeitige Brache beim Seespitz endlich verbaut ist. Der Seespitz selbst bleibt frei und auch für die Errichtung des international ausgeschriebenen neuen Projekts gibt es Auflagen, vor allem was die Art und Kubatur der Verbauung betrifft. So dürfen bei den geplanten Wohnungen nur 25 Prozent als Zweitwohnsitze offeriert werden. Die Investoren hat diese Vorgabe nicht abgeschreckt und die Salzburger Projektentwicklungsgesellschaft Planquadrat vermochte mit dem besten Konzept zu überzeugen.
Der seinerzeitige Rückkauf des Areals war eine gute Investition, wie Bürgermeister Stefan Krapf durchblicken lässt, denn für drei Viertel dieser Fläche fließen – aufgrund der zwischenzeitlich gestiegenen Grundstückspreise – nun 15 Millionen Euro in die Gemeindekasse zurück.

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