Es war ein Fall, der ganz Österreich schockierte: Ein Ägypter (47), der die Trennung von seiner verflossenen Flamme nicht verwinden konnte, wurde zum Feuerteufel und rächte sich brutal an der Trafikantin (35). Über einen Monat musste Nadine W. nach dem feigen Brandanschlag qualvoll mit dem Tod ringen. Am Ende verlor sie diesen Kampf: Zu schlimm waren die Verbrennungen am ganzen Leib. 

Bereits die Beziehung mit Ashraf A. dürfte mehr von einem schlechten Film gehabt haben als von dem Märchen aus Tausendundeiner Nacht, an das die einst lebenslustige Frau wohl glaubte, als sie den Ägypter kennenlernte. Denn schon bald zeigte er sein wahres Gesicht, wurde immer eifersüchtiger. Vor anderthalb Jahren verwanzte er sogar ihr Geschäft, weil er wissen wollte, mit wem sie worüber sprach. Immer wieder trennten sich die beiden, aber sie konnte sich lange nicht lösen. Aber die ersehnte Besserung trat nie ein. Als es dann endgültig vorbei war, schlug er zu!

Grausam: Frau angezündet, um „Lektion zu erteilen“

„Ich wollte ihr eine Lektion erteilen“ – mit diesen unfassbaren Worten versuchte A. eiskalt die Feuer-Hölle zu rechtfertigen. Also ging er am späten Vormittag des 5. März in die Trafik in Wien-Alsergrund. Damit niemand von draußen sehen konnte, wie er seinen furchtbaren Plan in die Tat umsetzte, zog er die Rollos zu. Sobald der Raum blickdicht war, fackelte er nicht lange, sondern schlug Nadine W. rabiat ins Gesicht.

Die Frau ging auf der Stelle zu Boden, aber der Tatverdächtige ließ nicht von ihr ab. Minutenlang versuchte er sie zu erdrosseln, als sie verzweifelt nach Luft rang, hatte er kein Erbarmen. Immer fester drückte er zu – bis er dachte, dass sie tot sei. Dabei bewegte sie sich noch. Daraufhin übergoss er sie mit Benzin, drosselte sie erneut und zündete seine Ex-Freundin einfach an!

Sofortiger Tod nur durch beherzte Passanten verhindert

Kaum hatte er das grausame Werk getan, machte er sich gelassen aus dem Staub. Er verließ das Geschäft und sperrte sogar noch zu. Für die brennende Frau begann das Martyrium aber erst. Dass sie nicht sofort bei lebendigem Leib verbrannte, lag daran, dass aufmerksame Passanten den Schock unterdrückten und geistesgegenwärtig die Glastür mit einem Einkaufswagen einschlugen. Damit hatte Nadine W. zumindest eine klitzekleine Chance, nicht sofort in der Feuer-Hölle zu sterben…

Die Trafikantin stürzte aus dem Innenraum ins Freie. Schreiend vor Pein versuchte sie sich verzweifelt auf den Beinen zu halten. Schon bald stolperte sie und brach aufgrund der unglaublichen Schmerzen schwerstverletzt vor ihrem Geschäft zusammen. Immer noch brannte Nadine W. lichterloh! Ein zufällig in der Nähe befindlicher Rettungssanitäter eilte herbei und erstickte die Flammen dann mit Decken.

Nach wochenlangem Todeskampf verstorben

Unverzüglich kam sie in ein Krankenhaus – wo sich der Zustand zunächst stabilisierte. Das heißt: Die unmittelbare Lebensgefahr war vorbei – nicht aber die Schmerzen. Schon nach dem Anschlag war klar: Die Rückkehr in ein normales Leben, sofern überhaupt möglich, wird lang und schwer. Aber die Anteilnahme der Bürger war groß, als ihre Familie eine Spendenaktion ins Leben rief. Mehr als 46.000 Euro kamen auf diesem Weg für die Geschädigte zusammen.

Nun herrscht traurige Gewissheit: Nadine W. kann diesen schweren Weg zurück nicht mehr antreten. Die Verbrennungen am ganzen Körper waren zu fatal. Nach vier Wochen unglaublicher Qualen, verstarb sie in Folge der feigen und brutalen Brandattacke. Der Verdachtsmoment gegen ihren ägyptischen Ex-Freund verschärft sich damit auf Mord. Ihm droht nun eine lebenslange Haftstrafe für die widerliche Tat. Angesichts der Brutalität – ein Überwachungsvideo filmte die Schauertat – wirkt es fast wie ein Hohn, betonen zu müssen, dass vorerst die Unschuldsvermutung gilt.

Traurige Erinnerung an Fall Michelle F. in Steyr

Derartige Angriffe sind leider kein Einzelfall. Immer wieder ereigneten sich in unserem Land in den letzten Jahren tödliche Angriffe auf Frauen. Regelmäßig vermischte sich dabei der gekränkte Männerstolz der Verschmähten mit problematischen Moralvorstellungen, welche die Täter mitunter aus ihrem Kulturkreis vermittelt bekommen. Allzu häufig ist das ein gefährlicher Cocktail, dessen Folge ein Angriff ist, der zu dauerhafter Entstellung oder gar zum Tode führt. 

Unvergessen ist in dieser Hinsicht ein Fall, der sich Ende 2018 in Steyr zutrug. Damals erstach der aus Afghanistan stammende Saber A. (17) seine Freundin Michelle F. (16) in ihrem Kinderzimmer. Auch damals legten Audioaufnahmen nahe, dass die Jugendliche dem Migranten den Laufpass geben wollte. Daraufhin stach er zu – und kommentierte seine Tat anschließend mit den Worten: „Ich habe einen Mord gemacht.“ In der Folge kamen politische Forderungen nach einer Änderung des Asyl- und Migrationsrechts auf.