Die globalistischen Eliten treffen sich derzeit in einem Bergdorf zu einer exklusiven Konferenz und mauscheln über den radikalen Wandel der Welt. Nein, die Rede ist nicht vom „Weltwirtschaftsforum“ (WEF) in Davos in der Schweiz, sondern vom „European Forum Alpbach“ (EFA) in Tirol. Von 18. August bis 3. September steht von globalen Antworten auf die sogenannte Pandemie über eine „große Transformation“, die Digitalisierung des Lebens, den gläsernen Bürger und Vorstufen des Transhumanismus alles auf dem Plan, was die Mächtigen für zukunftsweisend halten. Mittendrin statt nur dabei: Heimische Mainstream-Medien und Ressorts der österreichischen Bundesregierung, die mehrere Veranstaltungen sponsern.

  • „Inklusive“ Smart Cities als Wohnort der Zukunft, in denen innovative Technologien die Menschen bei Laune halten sollen
  • Die Forschung soll die sogenannte „Great Transformation“ vorantreiben – sogar über Genetik-Spiele bei Pflanzen & Tieren wird nachgedacht!
  • Bundesregierung und Mainstream-Medien geben ein Stelldichein und halten entlarvende Vorträge ab
  • Damit auch sicher kein Normalsterblicher den Eliten auf die Finger schauen kann, kosten die Tickets 1.000 Euro pro Symposium

Exklusive Seminare trommeln für „inklusive“ Smart Cities

Aufgelockert durch Kulturprogramme macht die Seminarwoche den Anfang des Treffens, das als „Vorläufer des Davos-Treffens“ gilt. Über mehrere Tage hinweg arbeiten Teilnehmer hierbei Fragen wie die „Energiewende“ auf und wie Marktwirtschaft, „Zivilgesellschaft“ und Politik den fossilen Brennstoffen den Garaus machen können. Alternativ kann man sich ein Seminar über die „Neuerfindung“ der Stadt zu Gemüte führen – oder sich mit der Frage beschäftigen, inwiefern das aktuelle Wirtschafts- und Finanzsystem unzureichend sei, um „Ungleichheit, soziale Ungerechtigkeit und den Klimawandel“ zu bekämpfen.

So richtig spannend wird es aber erst nach der offiziellen Eröffnung am 24. August – denn in den folgenden anderthalb Wochen treffen sich die Symposien zu den Kernthemen Medizin, Technologie, Wirtschaft und Politik. Die Zukunft, so ist man sicher, sind die vernetzten „Smart Cities“. Sie sollen „gerecht“ und „inklusiv“ sein – zumindest in der Ankündigung. Dass sich die Eliten darunter einen besitzlosen, überwachten Ort vorstellen, bei dem sogar freie Wahlen Geschichte sind, deckte Wochenblick bereits auf. Ein Plenum in Alpbach will ergründen, ob es zur Kontrolle von oben überhaupt Alternativen gäbe…

Nur der „Great Reset“ kann uns retten?

Spätestens ab dem 26. August geht es dann aber an die richtig heißen Themen. Es geht langsam um den Umbau der Gesellschaft und des Menschen selbst. Ein Plenum unter Mitwirkung von „Fridays for Future“ spricht über die Notwendigkeit einer „grünen Revolution“, einer „Great Transformation“. In einer „Breakout Session“ sollen dann kleine Arbeitsgruppen die Art und Weise ergründen, wie dieser Wandel auszusehen hat. Die Prämisse dazu: „Forschung ist der Motor hinter der Transformation“. Dabei ist ein ganzheitlicher Zugang gedacht: „Was ist die Rolle der Firmen? Wie können die Politik und geldgebende Agenturen die richtigen Rahmenbedingungen schaffen?“

Zeitgleich debattiert ein Plenum über die neue politische Sphäre der Wissenschaft und die Möglichkeiten, etwa aus der raschen Impfstoff-Entwicklung einen „Motor für Innovation“ mitzunehmen. Eine weitere Veranstaltung vermerkt im Beschreibungstext: „Unsere Welt ist mit großen Herausforderungen von Corona bis zum Klimawandel konfrontiert. Die „notwendige Transformation“ wird unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft auf profunde Weise ändern.“ Vieles sei zwar unklar – aber Forschung, Technologie und Innovation seien die „unbestreitbaren Gamechanger für eine lebenswerte Zukunft“. Kurzum: Nur der „Great Reset“ bzw. die „Great Transformation“ können uns laut den Plänen der Globalisten retten.

Wollen „europäische Gesundheitsunion“ erschaffen

Wem das noch nicht reicht, der kann sich in die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz einführen lassen oder der Frage, wie Datenanalysen den Entscheidungträgern bei ihren Gedankenprozessen die Arbeit abnehmen sollen. Wem das zu technisch ist, der kann sich daran erfreuen, wie eine UN-Beraterin darüber referiert, wie sich Geschlechteridentität auf die Sicherheitspolitik auswirkt und wieso Frauen eine gewichtige Rolle für eine konfliktfreie Welt in der Zukunft spielen müssen.

Mittendrin statt nur dabei: Bundeskanzler Sebastian Kurz tüftelt mit den Mächtigen an einer europäischen „Gesundheitsunion“

Das einzige Problem: Wer diesen Vortrag in seiner Gänze hören will, verpasst die letzte Viertelstunde der Abhandlung über Epigenetik. Dort wird ergründet, welchen Einfluss Veränderungen in der Umwelt und im Essen auf die Gene der Menschen haben. Ein Vorteil für Kritiker: Wer sich diesen Programmpunkt gibt, verpasst zumindest das zeitgleiche Plenum über die Zukunft der europäischen Pharmaindustrie und der Rolle der „Innovation“ dabei. Mit jenem Plenum, das für die Schaffung einer „europäischen Gesundheitsunion“ plädiert, gibt es hingegen keine Terminkollision.

Und es gibt dann auch noch eine vom Pharmakonzern Roche gesponserte Veranstaltung, die sich mit der Sammlung von Patientendaten für die Forschung beschäftigt. Ein anderer „spannende“ Akteure die ihre Finger im Spiel haben ist etwa die mächtige Bertelsmann-Stiftung. Diese geht der Frage nach, „mit welchen Formaten man innovative Ideen mit einem Wandel im System“ verbinden kann. Hier geht es offenbar auch darum, die ganze Ideen möglichst finanzkräftigen Investoren schmackhaft zu machen. 

Einmal kurz Gott und Schachspieler gleichzeitig sein

Wer nach dem Vortrag über Epigenetik Lunte gerochen hat, für den gibt es in Alpbach am Folgetag einen weiteren Programmpunkt: Ein Plenum geht der Frage nach, ob man „den Klimawandel aufhalten kann, indem man die Genetik von Pflanzen und Tieren umbaut“. Die provokante Frage: „Was, wenn wir dürreresistentes Getreide, klimafreundliche Kühe oder Bäume und Pflanzen erschaffen könnten, die CO2 speichern?“ Als wäre diese Idee angesichts der natürlichen Photosynthese von Pflanzen nicht absurd genug – wer bei der Flora und Fauna schon Gott spielen will, macht wohl auch vor Menschen nicht halt.

Wem das dann doch eine Spur zu heiß ist, der kann sich bei einem „Netzwerk-Lunch“ wieder erholen, bei dem es darum geht, Sündenböcke für den Klimawandel zu finden. Wörtlich: „Wenn wir über die Klimakrise sprechen, geht es oft um Personen und deren Entscheidungen. Wie nützlich ist diese Denke? Verhindern wir politische Schritte, indem wir das Problem individualisieren? Oder sind die Angewohnheiten der Vielen ein Hebel, den man nicht unterschätzen sollte?“

Vertiefen kann man seine Erkenntnisse in einem Plenum, das es für eine „Notwendigkeit“ hält, Umweltfragen in die Sicherheits- und Außenpolitik einfließen zu lassen. Soll es hier etwa um die Frage von sogenannten „Klima-Flüchtlingen“ und ähnlichen Plänen unter dem Deckmantel der Nachhaltigkeit gehen?

Haltung und Erzählung als Messlatte für „Qualitätsmedien“

Gesponsert wird das „Netzwerk-Lunch“ übrigens vom Zentralorgan des Linksliberalismus „Der Standard“. Es ist nicht das einzige heimische Medium, das sich dort präsentiert, auch die „Presse“ ist mit einer Veranstaltung vertreten. Und die zu 100% in Staatsbesitz stehende „Wiener Zeitung“ will offenbar ergründen, welches Framing die Klima-Erzählung haben soll. Aus der Beschreibung: „Wie sollte die ‚Klimawandel-Geschichte‘ erzählt werden? Wie kann man Menschen auch emotional darin involvieren? Wird die Geschichte über dystopische Endzeit-Narrative hinaus erfolgreich sein? Sind Fakten genug? Oder ist es besser, auch ‚Sentimento‘ zu verwenden?“

Türkis-grünes Stelldichein beim Globalisten-Forum

Spannend ist dabei auch die Rolle, welche die Bundesregierung beim Alpbacher Forum spielt. Denn sie veranstaltet oder sponsert gleich mehrere Programmpunkte. Den Anfang macht das Bildungs- und Wissenschaftsministerium von Heinz Faßmann schon am 26. August. Die Prämisse: „Wissenschaft und Politik können voneinander profitieren. Das wurde im Jahr 2020 eindrucksvoll gezeigt.“ Zwei Tage später ist das Wirtschafts- und Digitalisierungsministerium von Margarete Schramböck (ÖVP), als Tirolerin quasi „Lokalmatadorin“, an der Reihe.

Dabei geht es darum, wie man „beim Weg aus der Pandemie als transformierte Wirtschaft heraus kommt“. Dabei will man einen Fokus auf „Digitalisierung und Nachhaltigkeit“ setzen. Die Sprecher des Panels wollen dabei die EU als Vorreiter positionieren. Im Salon soll dann beim noblen Dinner über die Rolle von „Stakeholdern in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik“ sinniert werden. Was sich wie eine Diskussion im Hinterzimmer von Klaus Schwab, dem WEF-Gründer und Architekten des ‚Great Reset‘ anhört, findet einige hundert Kilometer weiter östlich in der idyllischen Tiroler Bergwelt statt.

Digitaler, nachhaltiger Welt-Umbau soll geschehen

Als wäre das noch nicht genug, darf sich auch das Landwirtschaftsministerium von Elisabeth Köstinger (ÖVP) noch präsentieren. Hier geht es einmal mehr um die „Grüne Transformation“- und darum, wie man „an der Nachhaltigkeit arbeitet“. Unter diesem Deckmantel betreiben die Globalisten ihren radikalen Welt-Umbau zum Vorteil der Eliten. Köstingers Ressort ergründet hier vor allem die Frage nach Rohstoffen, die bekanntlich das „Basisprodukt für zahlreiche Produkte in der Innovation bei Technik und Lebensraum spielen“. Die „Presse“ sponsert eine Almwanderung, in der Teilnehmer ergründen können, was der Umbau in eine vernetzte, digitale Zukunft für den Arbeitsmarkt bedeutet. Die ÖVP-dominierte Wirtschaftskammer spricht über die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs – steht etwa auch die Agenda eines schleichenden Bargeldverbots auf dem Plan?

Eine „digitale Wirtschaft“ voller „grüner Technologien“ soll es werden – hierzu ist auch der Wiener SPÖ-Finanzstadtrat Peter Hanke geladen. Er wird derzeit als wahrscheinlicher Nachfolger von SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner geführt. Hanke nimmt an einer Veranstaltung als Redner teil, die herausarbeiten soll „wie digitale Medien die europäische Wirtschaft, Politik und die nächste Generation von Gründern antreiben“. Die Beschreibung stellt klar: Die sogenannte „Pandemie“ ist der Startschuss, und es brauche „Gamechanger“ aus Europa. Überhaupt soll das Leben vernetzter & digitaler werden. Dazu lädt die Mobilfunkfirma A1, für die Schramböck früher als Managerin arbeitete, zu einer Salondiskussion mit dem entlarvenden Titel: „Digitales Leben: Wie wir den Weg für die grüne Transformation ebnen“. 

Die Bürger sollen sich den radikalen Wandel wünschen

Die Bürger bei dieser Transformation einbinden, das ist das Anliegen von Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) – er will dabei auf das japanische „Kaizen“-Prinzip bauen. Sprich: Die Entscheidungsfindungsprozesse evaluieren ständig, wie gut etwas von allen Seiten angenommen wird und man passt Umsetzungen so an, dass man es dem Konsumenten dann als Win/Win-Situation verkaufen kann. Über sogenannte „evidenzbasierte Enscheidungen“ will er das Volk ins Boot für den großen Umbau holen. Das Infrastrukturministerium von Leonore Gewessler will – von einer ORF-Journalistin moderiert – „europäische Energie-Diplomatie“ einsetzen, um „gerechte und nachhaltige Lieferketten“ aufzubauen, die zugleich die EU-Partnerschaft stärken.

Ebenfalls mit Vorträgen sind Außen- und Verteidigungsministerium (beide ÖVP) vertreten. Das Tanner-Ressort ergründet die Frage nach einer europäischen Verteidigungsstrategie, wobei man offenbar auf eine „Verteidigungsunion“, sprich eine Art EU-Armee und damit die weitere Abschaffung der österreichischen Neutralität abzielt. Das Außenministerium wünscht sich in der Post-Corona-Ära wieder mehr Zusammenarbeit im transatlantischen Bündnis, gerade im Mittleren Osten. Nehammers Innenministerium referiert über strategische Frühaufklärung: „Pandemien, Klimawandel, digitale Technologien, gesellschaftlicher Wandel, internationale Konflikte und Geopolitik haben einen großen Einfluss auf die Leben der Europäer. Wie beeinflussen sie unsere Freiheit und Sicherheit […] und wie wappnen wir uns gegen Risiken?“

ÖVP als Schrittmacher mit konservativem Schein

Die meisten dieser politischen Vorträge finden in den letzten Tagen des Forums statt – fast schon skurril und unpassend klingt dabei eine Salonrunde der Politischen Akademie der ÖVP: „Von ‚Woke-Politik‘ dominiert, wird zunehmend mit Verboten argumentiert statt mit bürgerlichen Werten wie Freiheit. Der Zeitgeist stellt Moral über Sachlichkeit, Paternalismus über bürgerliche Verantwortung. „Welche Konfliktlinien entscheiden die Diskussion?“ Es scheint mehr wie das übliche Feigenblatt der Kanzlerpartei, den von ihr mitgetragenen Wandel gleichzeitig mit einem „konservativen“ Anschein zu verkaufen. 

Aufgelockert werden sie vor allem von Veranstaltungen, die von politiknahen Firmen moderiert oder gesponsert werden. Auch dort lässt die Themenwahl tief blicken. So darf etwa die Unternehmensberatung „Accenture“ einen Vortrag darüber halten, wie man in Europa den Konsum auf das „Modell Bezos“ umbaut. Die Firma – die sich selbst als „Gestalter des Wandels“ sieht – wurde vom Schramböck-Ministerium einst mit der Schöpfung des „Kaufhaus Österreich“ betraut. Dieses sollte wohl tatsächlich eine Art „österreichisches Amazon“ werden – mit der Absicht, Plattform-Unternehmen noch weitere als neues Rückgrat der künftigen Wirtschaft zu etablieren. Da stellt sich die Frage, inwiefern diese Regierung überhaupt noch ein Interesse daran haben sollte, kleine und mittelständische Unternehmen aus der Misere infolge ihrer totalitären Corona-Maßnahmen zu retten…

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